Römische Villa erhält kleine Kurpackung

Die Kantonsarchäologie führt demnächst Flickarbeiten auf der historischen Stätte in Oberlunkhofen aus.

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Kleine Kurpackung für Römische Villa

Kleine Kurpackung für Römische Villa

Lukas Schumacher

Die Römer hinterliessen im Freiamt einige Spuren. Ein sehenswertes kleines bauliches Überbleibsel jener Zeit ist die so genannte Römische Villa in Oberlunkhofen. Vom einst rund 40 Meter langen und 26 Meter breiten Gutshof erhalten geblieben sind die Umrisse und die Raumunterteilung des Ostflügels, des ehemaligen Badetrakts.

Der Zustand der mit einem Maschendrahtzaun eingehagten historischen Ruine im Waldteil Schalchmatthau lässt zu wünschen übrig. Mehrere Steine sind lose, diverse Löcher und Lücken sichtbar.

«Instandstellung überfällig»

Franz Maier aus Brugg, der stellvertretende Kantonsarchäologe, bezeichnet die bevorstehenden Instandstellungsarbeiten als «überfällig». In den letzten drei Jahrzehnten habe der Kanton praktisch keine Unterhaltsarbeiten an den Gemäuerresten ausgeführt. Länger zuwarten könne man jetzt nicht mehr, «denn die Witterung hat der nicht überdachten Stätte recht stark zugesetzt».

Ein 12-köpfiges Team der Kantonsarchäologie wird während dreier Tage im Schalch-
matthau Hand anlegen, Mörtel anbringen, ausfugen, säubern und Pflanzen samt Wurzeln entfernen, die sich im Mauerwerk eingenistet haben. Laut Maier entwickeln Pflanzen bisweilen eine «erstaunliche Sprengkraft». Je nach Witterung packt man die Unterhaltsarbeiten Ende August oder Mitte September an. Voraussetzung für die kleine Kurpackung sind ein paar trockene, warme Tage.

Vom 1. bis ins 3. Jahrhundert nach Christus war die Römische Villa bewohnt. Anno 1898 hatten zwei Lehrer die Gebäudereste entdeckt und freigelegt.

Heute sind nur noch Überreste des Ostflügels vorhanden, der einst den Badetrakt der Villa beherbergte. Mit finanzieller
Unterstützung der Standortgemeinde Oberlunkhofen und des Kantons Aargau wurde der Badetrakt in den Jahren 1978 bis 1981 konserviert.

Mit der Hilfe einer Erkennungstafel kann man mehrere bauliche und räumliche Einrichtungen ausmachen: Caldarium (Schwitzraum), Frigidarium (Kaltwasserbecken), die Kanalheizung, den Feuerungsofen,
einen Teil der Bodenheizung,
Tepidarium (lauwarmer Raum) oder das Kellergeschoss. Die historische Stätte in der Schalchmatthau steht unter Denkmalschutz.

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