Rollstuhl
Rollstuhlsportlerin bewegt Kinder

Edith Hunkeler zeigt den Birreter Schülern, wie man mit dem Rollstuhl umgeht.

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Rollstuhlfahren

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Aargauer Zeitung

Hanna Widmer

«Freut ihr euch auf den heutigen Tag mit Edith Hunkeler?», fragt Ivera Berger vom Team «schule.bewegt» (siehe Kasten) die 55 Birreter Primarschul- und Kindergartenkinder. «Jaaaaaa!», schreien die Kinder. - «Und wisst ihr auch, warum wir hier sind?», fragt sie weiter.

Belohnung für 20 Minuten Sport: Was macht die Organisation «schule.bewegt»

«Bewegung tut gut und ist gesund!» Dies hat sich «schule.bewegt» zum Motto ihres Programms gemacht. Die Idee ist simpel: Man bringe die Schüler dazu, sich zu bewegen. «schule.bewegt» stellt den angemeldeten Klassen kostenlos einfach umsetzbare Lehrmaterialien (Spielideen, Ernährungstipps etc.) zur Verfügung. Im Gegenzug verpflichtet sich die Klasse zu mindestens 20 Minuten Bewegung pro Tag. Ein erfolgreiches Projekt: 2500 Schulklassen haben sich bisher dafür angemeldet. 30 Schulklassen dürfen sich speziell freuen: Sie haben die Chance, mit einem bekannten Sportler einen Sporttag verbringen zu dürfen. Informationen findet man im Internet unter www.schule.bewegt.ch. (az)

Da wird es schon stiller, einige zögerliche Verneinungen folgen.« Wir sind sozusagen als Belohnung hier weil ihr euch jeden Tag 20 Minuten lang bewegt habt», erklärt Ivera und stellt Paralympics-Goldmedaillengewinnerin Edith Hunkeler und ihren Lebespartner und Unihockeyspieler Mark Wolf vor. Dann geht es ans Aufwärmen. Die vier Teams müssen sich einen Fruchtnamen geben. Auf Befehl wechseln die Teams «Kokosnuss», «Mango», «Orange» und «Pfirsich» ihre Plätze.

Rollstuhlfahren ist nicht leicht

Vier verschiedene Bewegungsposten sind aufgestellt. Auf Posten eins spielt Mark Wolf mit zehn Schülern und Schülerinnen das Piratenspiel, bevor sie mit dem echten Hockeyspiel loslegen. Ivera führt in die Kunst der «Slackline» ein, eine Trendsportart ähnlich dem Seiltanzen. Ein Veloparcours ist auf dem Sportplatz aufgemalt. Die Schüler spielen Radball oder kurven mit ihren Fahrrädern den «Strassen» entlang. «Die Mittelstufenschüler haben bald Veloprüfung, jetzt können wir das gerade noch ein wenig proben», sagt Primarlehrerin Jeanette Sommer.

Auf dem letzten Posten zeigt Edith Hunkeler den Schülern, wie man sich im Rollstuhl fortbewegt. «Nicht zu weit zurücklehnen», rät sie. Die Schüler umkurven Plastikhütchen, veranstalten Wettrennen. Einige sind eher zurückhältend; andere wagen es, sich mit Hunkeler zu messen. «Ich hab es im Griff», ruft Noah, als er kurz vor Hunkeler ins Ziel fährt. Die siebenjährige Martina hingegen merkt, dass Rollstuhlfahren kein Kinderspiel ist: «Es ist nicht ganz einfach, wir müssen aufpassen, dass wir nicht nach hinten kippen.»

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