Roggwil

Roggwils Wärmeverbund ist auf gutem Weg

Erhebungen und Planungsstudien bringen wichtige Erkenntnisse für eine effiziente Energieversorgung zu Tage

Holzheizung

Erhebungen und Planungsstudien bringen wichtige Erkenntnisse für eine effiziente Energieversorgung zu Tage

Bereits seit rund zehn Jahren werden einige von Roggwils gemeindeeigene Bauten mit Holzschnitzeln geheizt. Nun will die Einwohnergemeinde einen grossen Holzwärmeverbund realisieren. Teilresultate der Studie liegen vor.

Irmgard Bayard

In Roggwil werden schon heute öffentliche Gebäude wie das Alterszentrum Spycher, zwei Mehrfamilienhäuser der Genossenschaft für Alterswohnungen, Kindergarten, Feuerwehrmagazin mit Werkhof und Gemeindesaal sowie das Gemeindehaus mit Holzschnitzeln geheizt. Doch die Gemeinde will noch einen bedeutenden Schritt weiter gehen. Vor über einem Jahr hat sie deshalb eine Studie in Auftrag gegeben, welche die Möglichkeit und Wirtschaftlichkeit eines Wärmeverbundes prüft.

Nun liegen die Resultate vor. Gemäss diesen ist das Einzugsgebiet der potenziellen Wärmebezüger weitaus grösser als angenommen. Der Gesamtleistungsbedarf kann im Endausbau die Zehn-Megawatt-Grenze erreichen. Zum Vergleich: mit zehn Megawatt könnten theoretisch mehr als 1000 Einfamilienhäuser angeschlossen und jährlich rund eine Million Liter Heizöl eingespart werden. «Das sind rund 20 Mal mehr Megawatt als bisher», erklärt dazu Ewald Kaiser, Leiter Bau und Betriebe in Roggwil. Im Planungsperimeter befinden sich allerdings nicht so viele Einfamilienhäuser.

«Als Kunden sind Grossverbraucher vorgesehen», so Kaiser. «Dazu gehören grosse Wohn- und Geschäftshäuser, die Schulanlage im Dorf, das Oberstufenzentrum mit der Mehrzweckhalle, der Neubau des Pflegezentrums für Hirnverletzte sowie grössere Wohnüberbauungen.» Einfamilienhäuser, welche sich in der Nähe solcher Kunden befinden, können selbstverständlich auf Wunsch ebenfalls am Wärmeverbund angeschlossen werden.

Potenzielle Kunden werben

Eine Umfrage bei den Inhabern der in Frage kommenden Firmen und Bauten soll abklären, wer Interesse zeigt. Bereits zugesagt hat gemäss Kaiser Markus Bösiger von der gleichnamigen AG. Dieser habe auf privater Ebene einen Wärmeverbund geplant, den er aber sinnvollerweise in denjenigen der Gemeinde integrieren wolle. Es sei wichtig, dass alle am selben Strick ziehen, denn das Projekt könne nur mit genügend Interessierten respektive Kunden umgesetzt werden.

Der Brennstoff für die CO2-neutrale Anlage besteht aus einer Mischung aus Schnitzel direkt aus dem Wald, Landschaftspflegeholz und Restholz aus der Holzverarbeitung. «Auch Altholz, zum Beispiel aus einem Abbruch, oder alte Möbel können beigemischt werden», so Kaiser. «Allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen.» Ausgeschlossen ist behandeltes Holz. Aufgrund des Brennstoffes sei die Burgergemeinde für die Anlage ein wichtiger Partner, betont Kaiser.

Das Projekt Wärmeverbund Roggwil wird weiterhin unter Federführung der Einwohnergemeinde unter Beizug von kompetenten und erfahrenen Fachleuten vorangetrieben. Gemäss Infoblatt (siehe www.roggwil.ch) können die Bauarbeiten des Wärmeverbundes im Sommer 2010 begonnen werden. «In der Heizsaison 2011/2012 könnte somit bereits umweltfreundliche und nachhaltig günstige Wärme bezogen werden. Bis die Anlage realisiert werden kann, will sich die Gemeinde allenfalls provisorisch mit mobilen Heizzentralen behelfen.

Trägermodell festlegen

Die Machbarkeitsstudie wird Mitte Jahr abgeschlossen. Danach läuft die Submission unter erfahrenen Firmen, welche Fernwärmenetze bauen und betreiben. Im Anschluss daran wird das Betreiber- beziehungsweise das Trägerschaftsmodell festgelegt. Es folgen Verträge mit Kunden sowie der Bau der Wärmezentrale und des Leitungsnetzes.
Zu den Kosten des Projektes will Kaiser keine Angaben machen. «Je nach Höhe kommt der Betrag vor die Gemeindeversammlung», sagt er nur. Auch wieviel die einzelnen Kunden einsparen, sei noch nicht bezifferbar. «Mittelfristig darf der Bezug einfach nicht teurer sein als heute», gibt er als klares Ziel an.

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