50 Container Material fürs Konzert seien bereits unterwegs, hiess es gestern, nachdem Gerüchte sich bestätigt hatten: Die Stones werden ein Gratiskonzert geben zur Zeit, da auch Obama das Land besucht. Die Vereinigten Staaten haben im vergangenen Sommer nach 54 Jahren ihre Botschaft wieder eröffnet.

Das Konzert soll rund eine Million Dollar kosten. Die Stones berappen das selber und geben das Konzert gratis. Stattfinden soll es im «Estadio del Latino», im Stadion des Lateinamerikaners. Da soll Obama auch den ersten Baseball werfen bei einem Match zwischen Kuba und den USA.

Fidel, als er noch sportlich fit gewesen war, pflegte liebend gern Sportspiele einzuleiten, sei es Baseball oder Basketball. Er dürfte am Fernseher den Mund verziehen, wenn nun ein amerikanischer Präsident das im heimischen Stadion tut (falls Fidel noch Fernsehen schauen kann).

Erst die Freiheit, nun Fiesta 

Für die Stones ist es eine gewisse Tradition, bei herausragenden Ereignissen in Lateinamerika aufzuspielen. So gaben sie schon ein Gratiskonzert in Nicaragua, nach dem verheerenden Erdbeben 1972. Damals natürlich auf Anregung von Bianca Jagger, Micks damaliger Frau, die aus Managua stammt.

Ums Stadion wird emsig geputzt und saniert. Was die Kubaner etwas amüsiert. «Kosmetik», nennen sie es, «wenn grosser ausländischer Besuch kommt.»

Überhaupt nehmen die Bewohner auch Obama und die Stones gewohnt ironisch: «Wir sind in den letzten Wochen die Insel des Friedens geworden, jetzt kommt noch die Fiesta hinzu.»