Walpurgisnacht
Ritt auf dem motorisierten «Hexenbesen»

Was einst der Ritt auf dem Hexenbesen war, ist heute der Flug auf der ausgemusterten Telefonstange. Bonstetter Walburga-Anhänger ziehen mit ihrem Brauch immer mehr Fans an. Erstmals wurde das Walpurgisfest deshalb in Unterlunkhofen durchgeführt.

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Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern

Von Martin Platter

Angetrieben von einem elf Kilowatt starken Elektromotor mit Propeller aus einem Leichtflugzeug, gewinnt der moderne Hexenbesen rasch an Geschwindigkeit und zieht immer weitere Kreise. Die «Hexe» und ihr Pilot geben «Vollgas» und quietschen dabei vergnügt. Walpurgisnacht im Jahr 2009. Längst hat rustikale Ingenieurskunst den fliegenden Besen abgelöst. Einst im Bonstetter «Waldhüsli» an einem Drahtseil zwischen zwei Bäumen aufgehängt, hatte er nur die besonders Wagemutigen mit brennendem Besenschweif in luftige Höhen transportiert.

Bei Bier und satten Bässen wurde die Idee in der Garage von Tore Rey weiterentwickelt. Der Besenstiel wich einer ausgedienten Telefonstange, die genügend Tragkraft aufweist, um den Antrieb und zwei Passagiere auszuhalten. Nach alter Motorradtradition werden Tempo und Fluglage kontrolliert. Der Einschlag des Lenkers ist mit dem seitlich schwenkbaren Triebwerk gekoppelt. Schub gegeben wird mittels Drehgriff. Ein Mofa-Lichtschalter ermöglicht durch Umschalten der Propellerdrehrichtung Schubumkehr. Hupe und Harley-Scheinwerfer vertreiben böse Geister und verhindern bei nächtlichen Flügen die Kollision mit Eulen, Vampiren und Tannenwipfeln.

Aufgehängt ist die Konstruktion am 40 Meter langen Ausleger eines 200-Tonnen-Mobilkrans, der den modernen Hexenbesen flügge macht. Wahrlich, ein einzigartiges Vergnügen, das sicher auch den Kelten gefallen hätte. Filme zum spektakulären Hexenbesenflug gibt`s zu sehen auf youtube.com mit dem Suchwort «Hexenflug» oder «Besenflug».