Letzigrund
Riss und Rost im Letzigrund - trotzdem wird wieder gespielt

Korrosion, Materialschwächen und Schweissnähte müssen im Dach des Letzigrunds ausgebessert werden. 31 Stützen sollen bis im Juli einen sicheren Betrieb garantieren.

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Michele Coviello

Fans und Klubverantwortliche in Zürich atmen auf. Der FCZ wird nicht nach Vaduz für seine Heimspiele ausweichen müssen, GC bleibt das Exil in St.Gallen erspart. Am Montag meldete das Hochbaudepartement, dass das Stadion Letzigrund ab nächsten Sonntag wieder für den Spielbetrieb offen sein wird. Der FCZ kann dann wie geplant gegen Luzern antreten.

Seit dem 8. Februar war das Stadion geschlossen. Ein Riss in einem Dachträger stellte eine Gefahr für Spieler und Zuschauer dar. Umfassend wurde das Dach im Anschluss mit Endoskop, Ultraschall und Röntgen untersucht. Dabei wurden weitere Mängel festgestellt: Nebst dem bekannten Riss hat sich nach Angaben des Hochbaudepartements an verschiedenen tragenden Stellen in der Dachkonstruktion Rost angesetzt, Materialschwächen bestehen und gewisse Schweissnähte müssen in den kommenden Monaten überprüft werden.

Ursprung des Risses unbekannt

Über die Gründe, die zum Schaden im Träger des Stadiondaches geführt haben, ist sich das Hochbaudepartement Zürich noch nicht im Klaren. «Die Untersuchungen gehen noch weiter», sagt dessen Mediensprecherin Andrea Holenstein. Es könne sich um ein Zusammenspiel der diversen Baumängel handeln, die im Verlauf des letzten Monates festgestellt worden sind.

Nun sollen diese Makel bis Ende Juli behoben werden. «Das bedeutet, dass Teile ersetzt oder verstärkt werden, der Korrosionsschutz an gewissen Stellen erneuert und die Dachkonstruktion insgesamt ertüchtigt, sprich verbessert, werden muss», sagt Andrea Holenstein. Der Zeitplan für die Sanierung bis Ende Juli und dem Leichtathletik-Meeting Weltklasse Zürich im August sei realistisch angesetzt, versichert Holenstein. Wie hoch die anfallenden Kosten sein werden, kann zurzeit noch nicht gesagt werden. Die Stadt Zürich hat bereits einen Baumangel bei der Totalunternehmung Implenia geltend gemacht. Diese werde dafür aufkommen müssen.

Bis zum Ende der Sanierung werden alle 31 Dachträger mit Stützen abgesichert. Sie werden das Dach nicht berühren, sondern nur für den Fall einer Senkung bereitstehen.

Sicht wird behindert

Die 31 Stützen werden allerdings nicht nur ein Segen für die Zuschauer im Letzigrund sein. «Dass durch die Stützen die Sicht eingeschränkt wird, das schleckt keine Geiss weg», sagt Stadionmanager Peter Landolt. Im Normalfall biete das Stadion jedoch genügend Platz und man werde von Fall zu Fall mit unzufriedenen Gästen das Gespräch und Lösungen suchen müssen. Dennoch ist Landolt «extrem froh», dass das Stadion wieder für den Spielbetrieb offen ist: «Wir wissen, wie viel Aufwand ein Umzug während der laufenden Saison für unsere Partner bedeutet hätte.»

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