Die Winterthurer Traditionsfirma konnte mit mehreren Banken eine Grundsatzvereinbarung treffen, wie am Morgen bekannt gegeben wurde. Rieter ist Hersteller von Textilmaschinen und Zulieferer der Autoindustrie und leidet in beiden Konzernsparten unter dramatisch gesunkenen Auftragseingängen.

Rieter und die Banken werden in den nächsten Wochen einen Kreditvertrag unterschreiben. Das Abkommen sichere und erweitere bestehende Kreditlinien, teilte das Unternehmen weiter mit. Damit kann der laufende Betrieb aufrechterhalten werden.

Rieter erhalte "markt- und risikogerechte" Bedingungen, sagte Sprecher Peter Grädel der SDA. Das heisst, dass Rieter die Kredite teurer zu stehen kommen als noch vor einem Jahr.

Zugleich ermöglicht das frische Geld dem Konzern, das im August angekündigte Restrukurierungsprogramm zu finanzieren. Rieter entlässt weltweit über 2300 Mitarbeiter. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 250 Mio. Franken.

Die freigesetzten Kredite ermöglichen es dem Thurgauer Unternehmer und SVP-Nationalrat Peter Spuhler, sein Engagement bei den Winterthurern auszubauen. Am Montag hatte Spuhler bekannt gegeben, dass er über seine Beteiligungsgesellschaft PCS Holding seinen Anteil von 5,3 Prozent auf 17 Prozent erhöhen will.

Die Kooperation der Banken nannte der Unternehmer als Vorbedingung für seinen Rieter-Deal. Die Banken verlangten ihrerseits von Rieter, eigene Aktien zu verkaufen: Der Verkauf von 420 000 Aktien an Spuhlers PCS Holding bringt Rieter 57 Mio. Fr. ein. Rieter hält dann noch 3 Prozent eigene Aktien.

Mit seinen 17 Prozent wird Spuhler grösster Rieter-Aktionär und überholt damit seinen Unternehmerkollegen Michael Pieper.