Rheinfelden
Rheinfelden erhält Energiestadt-Label

Das energiepolitische Programm des Gemeinderats steht und dient ihm als Richtschnur. Und weil die Pflöcke eingeschlagen sind, kann er sich schon Gedanken um neue Ziele machen. Der Leistungsausweis «Energiestadt» enthält klar die Verpflichtung, Ressourcen zu schonen.

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Energiestadt Rheinfelden

Energiestadt Rheinfelden

Aargauer Zeitung

Peter Rombach

Weltweit gebe es einen ungeheueren Energiebedarf, doch müsse bereits im Kleinen die Aufgabe angepackt werden, den Einsatz von Technik und den Verbrauch zu optimieren, betonte Stadtammann Franco Mazzi. «Das ist unerlässlich. Ein interessantes und lohnendes Energiemanagement zahlt sich aus.»

Freudestrahlend und stolz war Mazzi am Mittwochabend ans Mikrofon vor dem Rathaus getreten, um die Feier zur Label-Übergabe zu eröffnen. Rheinfelden erfülle eine stattliche Reihe von Kriterien, verkündete der Stadtammann, um die Wohn- und Lebensqualität zu verbessern und die «Energiestadt» auch als Instrument des Standortmarketings einzusetzen.

«Neue Märkte entstehen»

Die «energiepolitischen, belegbaren Leistungen» würdigte Marcel Schweizer vom Trägerverein «Energiestadt». Er appellierte daran, die Erkenntnisse aus dem Labelprozess zu analysieren und weiterzuentwickeln. «Innovative Energiepolitik lässt neue Märkte entstehen, hat positive Auswirkungen auf die lokale und regionale Wirtschaft.»

Aus der Sicht von Schweizer ist bereits «Hervorragendes» geleistet worden: mehrere Wärmeverbünde für Wohnquartiere, Kliniken und Wirtschaftsbetriebe, Verlangsamung des Verkehrs und Tempo 30 auf fast 60 Prozent der Gemeindestrassen oder die grenzüberschreitende Stadtbusverbindung. «Sie setzen Prioritäten vorbildlich und leisten Schrittmacherdienste für die Region.» Schweizer riet, den Erfahrungsaustausch mit anderen Energiestädten zu forcieren.

«Zeichen der zeit erkannt»

«Rheinfelden hat die Zeichen der Zeit erkannt und gehandelt und ist die 19. Energiestadt im Kanton Aargau», freute sich Regierungsrat Peter C. Beyeler. Vor nur zwanzig Jahren hätten Umweltschützer noch als Spinner oder Weltverbesserer gegolten, heute aber lägen die Anliegen des Klima- und Umweltschutzes eindeutig im Aufwind. Mit den Energieressourcen müsse die Gesellschaft sorgsam umgehen.

Beispielhaft nannte der Aargauer Baudirektor auch Projektförderungen durch den Kanton, so bei der energetischen Sanierung von Gebäuden, bei Holzheizungen, beim Einbau von Sonnenkollektoren oder dem Einsatz von Sole- beziehungsweise Grundwasser-Wärmepumpen.

Minergie sei kein Unwort mehr, sondern löse Sympathie aus. Beyeler empfahl eindringlich, verstärkt erneuerbare Energien einzusetzen. Das dicke Lob aus regierungsrätlichem Mund kam zum Schluss: «Rheinfelden ist ein leuchtendes Beispiel, ein Leuchtturm des umweltbewussten Engagements.»

«Neue Energiekommission»

Mit der Label-Übergabe sei ein weiterer Meilenstein auf dem Weg der kommunalen Energiepolitik erreicht, unterstrich Stadtrat Oliver Tschudin. Der 2007 überarbeitete Energieplan liefere gute Grundlagen für die Realisierung von Projekten. «Für die nächste Legislatur haben wir beschlossen, eine neue Energiekommission einzusetzen», lenkte Tschudin den Blick in die Zukunft, die unter anderem auch ein Lichtkonzept für beide Rheinfelden bringen soll.

Ferner kündigte der «Bauminister» an, bei der Umgestaltung der Schifflände zu prüfen, ob ein weiterer Wärmeverbund möglich ist. Was die Sanierung der Ortsdurchfahrt zwischen Coop und «Ochsen» anbelangt, gibt es ein Betriebs- und Gestaltungskonzept.