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Rezept: 3 Meter lange Bohrpfähle

Die drei Stützmauern auf der Rückseite des Bremgarter Rathauses müssen saniert werden. Verankerungen sollen den Untergrund und die Stützmauern sichern. Kostenpunkt: 565 000 Franken.

Lukas Schumacher

Die Risse in den drei Stützmauern unterhalb des Rathausgebäudes sind gut sichtbar. Unmittelbare Einsturzgefahr droht den vor rund 50 Jahren angelegten Gartenstützmauern zwar nicht. Fest hingegen steht, dass sich die Schäden in den Mauern ausweiten, wenn man nichts unternimmt. Im Lauf der Jahre könnte der Hang samt den angelegten Gartenterrassen und Mauern gehörig abgleiten.

Dieses Szenario bereitet der Ortsbürgergemeinde Bremgarten als Besitzerin des Rathauses und des Umgeländes verständlicherweise Sorgen. Daher hiess die Ortsbürgergemeindeversammlung ein 565 000-fränkiges Sanierungspaket gut.

Ungenügende Tragfähigkeit

Untersuchungen des Spezialisten Colenco Power Engineering (Dättwil) orteten ein heikles Verfestigungsproblem. Der dortigen, vor Jahrzehnten vorgenommenen Erdaufschüttung fehlt die Tragfähigkeit fürs stattliche Gewicht der grossen Mauern. Im Frühjahr 2011 werden Mikropfähle bei den Mauern montiert. Diese Verankerungen aus vertikalen und geneigten Bohrpfählen übertragen das Gewicht der Mauern auf die tragfähigen Schichten des Erdreichs.

Die Pfähle bringen es auf eine Länge von je drei Metern und einen Durchmesser von 20 Zentimetern. In einem Abstand von rund zwei Metern werden die Pfähle vom Fuss der Mauer her unter die Stützmauern gebohrt. Ein durchgehender Betonpfahlkopf verbindet die Mauer statisch mit den Bohrpfählen. Somit übernehmen diese Verankerungen die Last der bestehenden Stützmauerkonstruktion.

Finanziell fit

Die Ortsbürgergemeinde Bremgarten, die zu den wohlhabendsten Ortsbürgergemeinden im Aargau gehört, erwartet ein finanziell erfolgreiches nächstes Jahr. Im Budget 2010 wird ein Plus (zusätzliche Abschreibungen) im Betrag von gut 400 000 Franken erwartet. Zudem nimmt die Ortsbürgergemeinde wiederum eine Einlage von 700 000 Franken in den Erneuerungsfonds ihrer Liegenschaften vor.

Die 294 stimmberechtigten Bremgarter Ortsbürger haben Zuwachs bekommen. Ohne Gegenstimme gewährte die Versammlung dem Ehepaar Bernard und Hildegard Tardy die Aufnahme ins Ortsbürgerrecht zum Preis von 1000 Franken.

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