Renova will Berg nicht mehr im Verwaltungsrat von Sulzer

Renova will Berg nicht wiederwählen

Renova will Berg nicht wiederwählen

Machtkampf beim Winterthurer Maschinenbaukonzern Sulzer: Die grösste Aktionärin, die Renova-Holding des russischen Oligarchen Viktor Vekselberg, lässt Sulzer-Präsident Ulf Berg fallen. Der Grund ist mangelndes Vertrauen zwischen der Renova und Berg.

"Trotz Bemühungen aller Beteiligten konnte kein Vertrauensverhältnis zwischen Renova und Herrn Berg entstehen", erklärte Renova-Sprecher Daniel Grotzky auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Aus diesem Grund könne Renova eine Wiederwahl Bergs "derzeit nicht unterstützen". Auch Verwaltungsrat Daniel Sauter wird von der Renova abgelehnt.

Grotzky betonte, dass es sich um eine reine Vertrauensfrage handle. Das Ganze habe "nichts mit der Strategie" von Sulzer zu tun. Das Management von Sulzer habe "die volle Unterstützung von Renova".

Der Frage, ob Renova einen eigenen Kandidaten für das Präsidium habe, wich Grotzky aus: "Wie jeder wichtige Aktionär behalten wir uns vor, Vorschläge zu machen, die im besten Interesse des Unternehmens sind."

Der Sulzer-Verwaltungsrat lässt sich indes nicht beirren und schlägt der Generalversammlung (GV) vom 8. April die Wiederwahl von Berg und Sauter sowie der beiden Renova-Vertreter im Verwaltungsrat, Vladimir Kuznetsov und Urs A. Meyer, für eine weitere dreijährige Amtszeit vor.

Ulf Berg gab sich derweil überrascht vom Vertrauensentzug des Hauptaktionärs. "Wir haben in den letzten 18 Monaten immer vernünftig zusammengearbeitet. Dissonanzen gab es nicht." Mit zwei von acht Sitzen sei Renova "angemessen" im Sulzer-Verwaltungsrat vertreten, sagte Berg der Finanznachrichtenagentur AWP.

Der neu entflammte Machtkampf um Sulzer kam an der Börse nicht gut an: Die Sulzer-Aktien verloren am Montag deutlich. Zum Schluss stand der Titel 8 Prozent tiefer auf 55.55 Franken.

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