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Rekord: Der Aargau hat jetzt 604000 Einwohner

Um 17500 Personen ist der Aargau in den letzten zwei Jahren gewachsen. Das entspricht der Einwohnerzahl von Baden oder Aarau, und bedeutet ein rekordhohes Wachstum der Bevölkerung, erstmals über 600 000 Personen im Kanton. Warum?

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Schöne Orte im Aargau
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Wo der Aargau am Schönsten: Brunnen Köningsfelden
Wo der Aargau am Schönsten: Altstadt Laufenburg
Wo der Aargau am Schönsten: Schloss Lenzburg
Hallwil Eichberg
Schloss Hallwyl
Altstadt Brugg
Altstadt Lenzburg
Schloss Habsburg
Altstadt Baden
Hallwilersee
Altstadt Bremgarten
Altstadt Aarau

Schöne Orte im Aargau

Hans Lüthi

Die Zahl der Aargauerinnen und Aargauer steigt und steigt, aber die Zunahmen sind 2008 und 2009 grösser als in allen anderen Jahren seit 1973. Konkrete Zahlen: Im vorletzten Jahr plus 9604, im letzten Jahr plus 7867 Personen. Auch diese Menschen brauchen Wohnungen, Schulen, Strassen, öffentliche Verkehrsmittel und die ganze Infrastruktur. Kein Wunder also, wenn viele Überbauungen wie Pilze aus dem Boden wachsen. Warum bremst die Wirtschaftsflaute das Wachstum nicht? «Im Vergleich zu den Nachbarn haben wir tiefe Preise für Häuser und Wohnungen», sagt Fritz Fasler, Leiter des Statistischen Amtes.

Weiterhin steiler Anstieg

«Es wird so weitergehen, im Vergleich zum Ausland geht es uns gut. Ohne grösseren Wirtschaftseinbruch kommen jährlich um die 6000 Personen dazu», rechnet Statistiker Fasler. Damit erfüllen sich die hohen Wachstumsprognosen der Regierung – von 604263 auf 750000 Personen in den nächsten 25 Jahren. Allein der Zuwachs entspricht zehnmal der Wohnbevölkerung von Aarau (ohne Rohr). Die 7867 neuen Einwohner im letzten Jahr sind statistisch aufgeteilt in 3634 Schweizer und 4233 Ausländer. Das starke Wachstum hat auch mit den Nachbarn zu tun: «Basel-Stadt, Zürich und Zug sind voll», betont Regierungsrat Urs Hofmann, Vorsteher im DVI.

Regionale Unterschiede

Das Wachstum innerhalb des Kantons ist geprägt von starken Differenzen, über dem Mittel von +1,32% im letzten Jahr sind die Bezirke Lenzburg +2,03%, Muri +2,02%, Rheinfelden +1,8%, Baden +1,46%, Aarau +1,43% und Zofingen mit +1,41%. Alle anderen Bezirke sind unter dem Schnitt, am Schluss kommen Zurzach, Laufenburg und Brugg. «Die regional unterschiedliche Entwicklung verläuft seit langem so, der Mittelland-Gürtel wächst», sagt Fasler. Ein Blick auf die Kantonskarte bestätigt die Aussage. Mit über drei Prozent Wachstum geht die Post aber auch im oberen Freiamt und im unteren Fricktal ab. Der Sog der Zentren Zug/Luzern, Basel und im Limmattal von Zürich macht sich deutlich bemerkbar. In realen Zahlen bleibt der Bezirk Baden mit 130060 Einwohnern klar an der Spitze, Aarau folgt mit 69626, Bremgarten mit 68178, Zofingen mit 64063. Alle anderen Bezirke sind unter der Schwelle von 50000 Personen.

71 Gemeinden schrumpfen

Erstaunlich viele der heute noch 220 Gemeinden fallen durch ein negatives Wachstum auf. Sprachlich und statistisch präzis bedeutet es, dass 71 Gemeinden schrumpfen. «Bei Gemeinden mit nur 500 bis 1000 Einwohnern kann das Zufall sein, man sollte negative und positive Abweichungen nicht überbewerten», relativiert Fritz Fasler die Zahlen. Gemeinden im Krebsgang gibt es viele entlang dem Rhein, 10 im Bezirk Zurzach, 9 in Laufenburg, 5 in Rheinfelden und 14 in Brugg. In den anderen Bezirken sind es je 7 Gemeinden in Zofingen und Kulm, je 6 in Bremgarten und Muri mit negativem Wachstum, aber nur 1 im Bezirk Aarau und 4 in Baden. Diesen Rückgang, teilweise um wenige Personen, will auch Regierungsrat Hofmann nicht überbewerten. Viel wichtiger sei es, bei der Raumplanung die Weichen richtig zu stellen.

Zuwachs aus Wanderungen

Mit genau 6313 Personen resultiert der Haupt-Zuwachs aus dem Wanderungsgewinn, daran ist die ausländische Bevölkerung mit plus 4798 Personen am stärksten beteiligt. Bei 5696 Geburten und 4274 Todesfällen ergab sich ein Geburtenüberschuss von 1422 Personen. Die Zahl der Einbürgerungen lag mit 1860 unter den Vorjahren, noch 2006 wurden über 3000 Personen eingebürgert.

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