«Reif» in die Zukunft entlassen

Insgesamt acht Klassen liessen sich mit dem Erhalt des Maturitätsausweises ihre Reife bescheinigen. Was nun folgt, ist ein neuer Lebensabschnitt jenseits des Dachs des Gymnasiums Oberaargau.

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Gymnasium Oberaargau

Gymnasium Oberaargau

Solothurner Zeitung

Bettina Nägeli

Die Anzeichen dafür, dass soeben ein wichtiger Abschnitt im Leben vieler junger Menschen seinen erfolgreichen Abschluss gefunden hatte, waren unverkennbar. Hier ein Schwall lobender Worte zur Gratulation, dort eine innige Umarmung - so, als ob die Zeit noch ein bisschen angehalten werden wollte. Am Freitagabend lag eine richtiggehende «Wir haben es geschafft!»-Mentalität über dem Areal des Gymnasiums Oberaargau. Diese vermischte sich mit dem Gedanken an die nun offen stehende Zukunft.

Zeit, den bewältigten Abschnitt Revue passieren zu lassen, liess an der Maturfeier das hauseigene Orchester «La Pianta». Einmal erklangen die Töne ganz zart und fein, ein andermal fegten sie laut und fordernd durch den gesamten Raum. Geprägt von Höhen und Tiefen, von Motivation und ab und an auch von Minimalismus - so vielfältig war auch die gymnasiale Zeit der insgesamt 142 frischgebackenen Maturanden.

Zeugnis der Vernunft und Bildung

Diese Vielfalt zog sich mit der Einlage des Gymo-Chors sowie der Darbietung des Ergänzungsfachs Sport auch weiter durch die Feier. «Wer oder was ist das Gymnasium - und wenn ja, wie viele?» Dieser Frage ging Rektor Martin Fischer in seiner Ansprache an die Klassen Prima e, f, g und h nach. Zuvor verabschiedete Rektor Thomas Multerer seinerseits die Klassen Prima a, b, c und d. In Anlehnung an den Philosophie-Bestseller von Richard David Precht bestehe das Ich - bezogen auf das Gymnasium - aus verschiedenen Teilbereichen, die sich im Laufe der Zeit entwickelten, so Fischer. Am Ende der gymnasialen Laufbahn bescheinige das Maturzeugnis als Resultat der Herausbildung all jener relevanten Teilbereiche den Erwerb von Vernunft und Bildung - einschätzbar als «hohes Gut». Wie nun mit diesem Gut umzugehen sei, das müsse ein jeder für sich selbst entscheiden. Ganz gemäss dem Stichwort: Jeder ist seines Glückes Schmied.