Noch sind es lediglich Indizien, doch diese deuten in eine Richtung, die dem Recherswiler Gemeinderat äusserst genehm ist: Seit der Rat Anfang Jahr ein Detailkonzept von den Betreibern der geplanten «Villa Palma» angefordert hat, haben diese nichts mehr von sich verlauten lassen.

Dafür erreichte den Gemeindepräsidenten unlängst ein E-Mail des Liegenschaftsbesitzers, der versicherte, ihm sei daran gelegen, Scherereien mit der Gemeinde zu vermeiden. Der Gemeinderat folgerte in seiner Sitzung vom Donnerstagabend: Die «Villa Palma» ist wohl gestorben, bevor sie überhaupt eröffnet wurde.

Der Rat will Gewissheit

Das als «Wellness-Betrieb» deklarierte Projekt hatte in Recherswil für Wirbel gesorgt, da vor allem die grosszügigen Öffnungszeiten darauf schliessen liessen, dass sich mit der «Villa Palma» ein weiterer Rotlichtbetrieb in Recherswil installieren würde.

Anders als das «Freubad» wäre dieser mitten in der Wohnzone zu liegen gekommen. Um Klarheit zu schaffen, hatte der Gemeinderat zusätzlich zum ursprünglich eingereichten, äusserst vagen Betriebskonzept ein Detailkonzept verlangt. Bis dato liegt dieses nicht vor. Der Gemeinderat hofft also, das Projekt «Villa Palma» sei gestorben, er möchte sich indes Gewissheit verschaffen.

Dabei denkt etwa Präsident Arnold Stotzer nicht zuletzt an den Unmut in der Gemeinde: «Die Bevölkerung weiss nicht was geht.» Damit die Recherswiler Bürger nicht weiter ahnungslos bleiben müssen, ergreift die Gemeinde nun erneut die Initiative: Die Baukommission soll bei den Betreibern einerseits und beim Liegenschaftseigentümer andererseits noch einmal anklopfen und klare Antworten verlangen.

Keine Beschwerden gegen Änderung

Sollten die «Villa Palma»-Betreiber ihr Projekt wider Erwarten doch noch zu realisieren suchen, hätten sie neben Recherswiler Behörden und Bevölkerung bald auch das Gesetz gegen sich: Die vom Gemeinderat beschlossene Änderung des Zonenreglements, welche ein Verbot des Sexgewerbes in der Wohnzone vorsieht, dürfte demnächst in Kraft treten. Die Einsprachefrist ist nahezu abgelaufen, Beschwerden sind bislang keine eingegangen. Es scheint, als würden sich die «Villa Palma»- Initianten an Recherswil tatsächlich die Zähne ausbeissen.

Während der Rat dem Sexgewerbe keine Bleibe im Dorf gewähren will, sucht er eine solche für fünf Asylanten, welche die Gemeinde in diesem Jahr aufzunehmen hat. Zwei Optionen stehen im Vordergrund: Einerseits das Beck-Haus neben der Post, andererseits ein Wohncontainer. Der Rat lässt die beiden Varianten auf ihre Kosten prüfen. (mz/sam/wst)