Einig waren sich die Recherswiler nicht, an der Gemeindeversammlung. Aber mit einem Resultat von 50 zu 12 Stimmen für die «Mini»-Lösung steht doch eine grosse Mehrheit hinter dem Vorschlag, das Gemeindepräsidium künftig im Nebenamt ausführen zu lassen.

Und damit mehr Aufgaben auf die ressortverantwortlichen Gemeinderäte und die Verwaltung zu delegieren. Bedenken äusserte ein Anwesender, da die Änderungen so kurz vor den Gemeinderatswahlen stattfinden: «Ich finde es ungeschickt, so viel zu verändern, nun da die Kandidaten für die Wahlen feststehen. Damit werden diese nur abgeschreckt, da die Anforderungen an einen Gemeinderat nun schlagartig grösser werden.»

Ein anderer monierte, dass es kaum möglich sei, das Präsidium in einem Drittel der Zeit, die der jetzige Amtsinhaber Arnold Stotzer momentan aufwendet, zu bestreiten. «Deshalb spreche ich mich für die Variante ‹Midi› aus.» Seine Auffassung teilte am Ende jedoch nur eine Minderheit.

Nicht unbedingt eine Person

Der zweite Entscheid, den die ausserordentliche Gemeindeversammlung zu treffen hatte, betraf die Verwaltung. Nach Empfehlung der BDO Visura, welche die Analyse der Verwaltung durchgeführt hatte, schlug der Rat vor, künftig einen «Allrounder» einzustellen.

Dieser soll die Tätigkeiten als Gemeindeverwalter und Gemeindeschreiber in einer Person vereinen. «So können wir die Kommunikation zwischen Gemeinderat und Verwaltung erheblich verbessern, da der Verwalter künftig an den Ratssitzungen mit dabei ist», erklärte Vize Gemeindepräsident Hardy Jäggi.

Diese Auffassung teilte auch die Versammlung, jedoch mit einer Änderung. Werner Sauser stellte den Antrag, dass die Personalunion von Verwalter und Schreiber nur zum Tragen komme, wenn sich eine entsprechend qualifizierte Person für das Amt finden lasse. «Ansonsten soll es künftig immer noch möglich sein, die beiden Tätigkeiten zu trennen.»

Sein Antrag fand Anklang und wurde mit 52 Ja- Stimmen angenommen. Ebenso angenommen wurde danach die vom Gemeinderat vorgeschlagene «Allrounder»-Lösung für die Verwaltung. Extern vergeben wird in Zukunft auch das Bausekretariat. Was momentan schon Tatsache ist, segnete die Versammlung nun noch ab. Überzeugend wirkte das Argument, dass diese Lösung die Gemeinde wenig koste. (mz/gos/fhe)