Container

Raum für Jugendliche schaffen

Sven Egloff und Raphael Wernli sind mit viel Engagement und Herzblut beim Projekt «Comtainer» dabei.

Jugendliche, Baden, Container

Sven Egloff und Raphael Wernli sind mit viel Engagement und Herzblut beim Projekt «Comtainer» dabei.

Der Alte Friedhof Baden befindet sich an der Brugger-strasse. Man muss diesen durchqueren, bis ganz an sein Ende gehen. Und wenn man glaubt, schon wieder umkehren zu müssen, weil man bestimmt falsch ist, dann entdeckt man plötzlich zwischen den Bäumen den weissen Container mit der orangen Aufschrift: «Comtainer?»

Melanie Borter

Zwei junge Männer sitzen vor dem Container und auch sie tragen die Aufschrift auf ihren Kleidern. Sven Egloff und Raphael Wernli sind beide Zivildienstleistende und für heute die Gastgeber im «Comtainer». «Eigentlich sind wir von der Jugendarbeit Baden immer zu dritt hier», erklärt Sven Egloff, «aber ausnahmsweise sind wir heute nur zu zweit. Es sind halt Ferien und daher ist nicht so viel los. Einer der Jugendarbeiter des Projekts «Comtainer» ist deshalb heute nur auf Abruf zur Stelle.»

Und tatsächlich scheint an diesem Donnerstagabend nicht viel los zu sein, eine junge Familie spielt Basketball, ein paar Jugendliche sitzen weiter unten im Park, ansonsten macht der Alte Friedhof seinem Namen alle Ehre.
Wie viele Jugendliche sich normalerweise beim «Comtainer» treffen, lässt sich nicht so genau sagen. «Manchmal sind es 30 Personen auf einmal, manchmal fast niemand. Das hängt sehr vom Wetter ab, aber auch vom Standort des ‹Comtainers›», berichtet Raphael Wernli und führt aus: «Hier beim alten Friedhof sind wir etwas abgelegen, deshalb kommen hier eher weniger.»
«Wenn niemand kommt, dann gehen wir auf Tour. Zu zweit gehen wir durch die Stadt, verteilen Flyer und informieren die Jugendlichen auf der Strasse über das Projekt «Comtainer» und wo sich der Container gerade befindet», berichtet Sven Egloff.
Wieso bleibt der «Comtainer» nicht einfach für einen ganzen Sommer am selben Ort? «Wir wollen mit dem «Comtainer» nicht einfach ein neues Lokal für Jugendliche schaffen, sondern diese genau da abholen, wo sie sich sonst schon aufhalten. Hier beim Alten Friedhof haben sich die Anwohner schon öfters beklagt über nächtliche Ruhestörungen und über die Unordnung, die Jugendliche hinterlassen. Deshalb sind wir jetzt genau da, wo Konflikte entstehen könnten», erklärt Raphael Wernli.
In Baden gibt es mehrere Hotspots, die von Jugendlichen benutzt werden und diese wechseln auch. Das Projekt «Comtainer« trägt dieser spezifischen Situation Rechnung und ist dementsprechend auch mobil angelegt. Vor dem Container stehen Behälter für den Abfall bereit, an die Wände des Containers sind Verhaltensregeln geklebt. Die Jugendlichen sollen aber nicht gemassregelt oder erzogen werden, viel mehr soll mit dem Projekt «Comtainer» der Jugend von Baden mehr Raum verschafft werden.

«Wir verbringen gemeinsam mit den Jugendlichen die Abende und zeigen ihnen auf, wie ein friedliches Miteinander funktioniert, wie man gemeinsam etwas unternehmen kann, ohne die anderen - zum Beispiel die Anwohner - zu stören», erklären die beiden.
Das Projekt «Comtainer» richtet sich aber nicht nur an Jugendliche, auch die Anwohner der jeweiligen «Comtainer»-Stationen werden einbezogen. Sie werden im Vorfeld jeweils informiert und am ersten Abend auch eingeladen. «Überhaupt sind immer alle Interessierten herzlich eingeladen beim «Comtainer» schnell einen Halt zu machen», sagt Raphael Wernli.
Dieses Wochenende ist der «Comtainer» noch beim Alten Friedhof, vom 13.bis 29.8 ist er im Kurpark und vom 3.9. bis zum 24.10 im Graben.

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