Im Rahmen der Fusion zwischen Aarau und Rohr und der Übernahme von Angestellten der ehemaligen Vorortsgemeinde führte der Stadtrat eine Büroraumplanung durch, mussten doch auf Anfang 2010 insgesamt elf zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Als «organisatorisch sinnvollste» und «kostengünstigste» Lösung offerierte sich der Ausbau des dritten Untergeschosses im Rathaus Nord.

Messungen brachten Gewissheit

Man machte sich im vergangenen September frohgemut an die Realisierung und veranschlagte Kosten in der Höhe von 125000 Franken, die man im Rahmen der Globalbudgets finanzieren wollte. Der Umbau nahm aber Anfang Dezember 2009 ein abruptes Ende, beschloss doch der Stadtrat die Einstellung der Sanierung. Messungen im Stadtmuseum Schlössli hatten eine erhöhte Konzentration von Radon ergeben. Mit Blick auf die ähnliche Baustruktur untersuchte man auch die Luftqualität in den nördlichen Rathaus-Katakomben. Tatsächlich lagen auch hier die Messwerte über dem Durchschnitt, und zwar zwischen der höheren Limite der Schweiz und der etwas tieferen der Weltgesundheitsorganisation WHO. Der Stadtrat vertritt in dieser Sache die Meinung, dass den Mitarbeitern der öffentlichen Hand «gesundheitlich unbedenkliche Büroräumlichkeiten» zur Verfügung gestellt werden müssen.

Feuchtigkeit im Treppenhaus

Das gilt auch für die «Nebenwirkungen» der Feuchtigkeitsschäden im Treppenhaus zwischen dem zweiten und dritten Untergeschoss. Weil bis zum Zeitpunkt des Baustopps im Keller bereits 80 000 Franken ausgegeben worden sind, verzichtet die Behörde auf eine Alternative an einem anderen Standort. Sie verlangt vom Einwohnerrat vielmehr einen Nachtragskredit über 235 000 Franken für eine dreistufige Sanierung des Gemäuers. Verbessert werden müssen die Lüftung und die Aussenwände. Diese sind mindestens teilweise mit Pilz befallen, wobei sich das Risiko einer Gesundheitsgefährdung nicht abschätzen lässt.

Betroffen von den engen Platzverhältnissen ist vor allem die Stabsstelle Stadtentwicklung. Zwei zusätzliche Büros sind reserviert für vier Projektleiterinnen und -leiter der stadteigenen Hochbauten. Nicht antasten möchte der Stadtrat die «eiserne Reserve» im Umfang von drei Büros, die einzigen, die man zur individuellen und kurzfristigen Nutzung im Rathaus noch zur Verfügung hat. Sie dienen unter anderem der Rechnungsauflage für den Aarauer Einwohnerrat, als Sitzungszimmer für die städtische Verwaltung oder als Arbeitsplatz für die alljährliche Revision. (hr)