Zukunft Radio Basel 1

Radio-Verkauf mit Nebengeräuschen

Die Zukunft von Radio Basel 1 wirft noch Fragezeichen auf

30_radio_fhe.jpg

Die Zukunft von Radio Basel 1 wirft noch Fragezeichen auf

Rund um die Zukunft von Basel 1 sind viele Fragen offen und sorgen für Diskussionen.

«Das einzige, das sicher bleibt ist die Frequenz.» Christian Heeb lässt derzeit noch viele Fragen offen. Diese Woche ist bekannt geworden, dass er zusammen mit Partnern im Namen der MFE Medien für Erwachsene AG der Basler Zeitung Medien das Privatradio Basel 1 abgekauft hat (die bz berichtete). Die MFE hatte sich letztes Jahr vergeblich um eine Lokalradio-Konzession beworben und darauf Beschwerde erhoben. Mit der Übernahme des Senders planen die Investoren einen Konzeptwechsel und eine Namensänderung.

«Der Verkauf kam für uns alle überraschend», sagt der jetzige Basel 1-Programmleiter Simon Thiriet. «Das ganze Team ist nun natürlich gespannt, wie es weitergehen soll.» In den kommenden Wochen werde Heeb seine Vorstellungen bekannt geben. «Das Konzept ‹Radio für Erwachsene› wäre beinahe eine 180-Grad-Wende», kommentiert Thiriet. Bisher hatte Basel 1 eine deutlich jüngere Zielgruppe.

«Wir wissen noch nicht, ob Heeb mit dem bestehenden Team weiterarbeiten will.» Doch für die jetzigen Mitarbeiter besteht Hoffnung. Weil die redaktionelle Leistung deutlich ausgebaut werden soll, brauche es auch deutlich mehr Mitarbeiter, sagt Thiriet. «Persönlich bin ich positiv gespannt.» Vorerst aber bleibt alles beim Alten. Der Verkauf muss von der Aufsichtsbehörde erst noch genehmigt werden. Der rechtskräftige Übergang der Konzession erfolgt voraussichtlich im Spätsommer. Bis dahin bleibt Basel 1 unter der Leitung der Basler Zeitung Medien.

Noch lassen sich Heeb und seine Partner nicht in die Karten schauen. Nur so viel: «Wir haben genaue Vorstellungen, wer die Grundpfeiler im künftigen Team sein sollen.» So wurde am Freitag bekannt, dass Sandra Schiess von DRS 3 als Redaktionsleiterin zum neuen Privatradio stösst. Gleichzeitig betont Heeb aber, dass längst nicht alle personellen Entscheide gefällt seien. «Wir kennen das jetzige Team ja noch kaum.» Dies sei nun rasch nachzuholen.

Ebenfalls offen ist die Frage nach dem künftigen Standort. Heeb macht keinen Hehl daraus, dass er den jetzigen Standort in Liestal nicht als attraktiv erachtet. «Wir evaluieren seit Wochen verschiedene Standorte.» Ziel ist es einen Standort an der Kantonsgrenze zu finden. Möglich seien ein Studio in Basel und eines in Liestal - allenfalls ein Nebenstudio. Eine Vorstellung, die der Baselbieter Regierung gar nicht gefällt: «Wir wünschen uns weiterhin ein Baselbieter Radio mit Baselbieter Themen», sagt Medienminister Adrian Ballmer. «Und dies ist mit Hauptsitz Liestal sicher eher gewährleistet.» Heeb will die Standortfrage nun auch mit der Regierung besprechen. Ballmer: «Da wird es noch einige Diskussionen geben.» (db)

Meistgesehen

Artboard 1