Bahnhof Baden
Radio im Stellwerkhäuschen

«Wie klingt der Bahnhof Baden?» Dieser Frage ging ein Team von Radio DRS 2 gestern in der Sendung «Hörpunkt» nach.

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DRS 2

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Aargauer Zeitung

Stefanie Niederhäuser

Das Stellwerkhäuschen des Bahnhofs Baden steht seit einiger Zeit leer - doch gestern herrschte darin emsiges Treiben. Es wurde zum Radiostudio umfunktioniert.

Für einmal bedeutete Radio nicht nur hören, sondern auch sehen: Passanten und Reisende konnten dem Radiotreiben zusehen. Die Sendungen drehten sich um Klänge und Geschichten rund um den Badener Bahnhof. Verschiedene Gäste erzählten von ihrer Beziehung zum Bahnhof. Musiker und Komponisten experimentierten und improvisierten mit Bahnhofklängen. Ein zentraler Bestandteil war jedoch das Bahnhoftreiben selbst. Über Aussenmikrofone wurden Zugankünfte und Durchsagen direkt übertragen.

Walzer auf Gleis 1

Spontanität war während der ganzen Sendung gefragt, und zwar vom Radioteam ebenso wie von den Passanten. Weil ein Zug Verspätung hatte, erfreute Moderatorin Gabriela Kaegi die Wartenden auf Gleis 1 mit einem Walzer und forderte sie zum Tanzen auf. Die Leute drückten aber lieber ihre Nasen an die Scheiben des Bahnhofstudios. Im kleinen Raum mit der gläsernen Front reihten sich Mischpulte, Mikrofone, Computer und jede Menge Kabel.

Dazwischen standen Moderatorinnen, Techniker und Interviewgäste. Das eingespielte Team liess sich nicht aus der Ruhe bringen. Moderatorin Dagmar Walser bestätigte aber, dass die Live-Sendung vom Bahnhof herausfordernd und aussergewöhnlich sei, auch für das Radioteam. «Es braucht viel Improvisationstalent - und Glück», sagt sie. Improvisieren muss sie beispielsweise bei Fahrplanänderungen. Und einiges mit Glück habe es zu tun, dass die Gespräche und Moderationseinlagen auch wirklich auf die einfahrenden Züge passten. Gross war deshalb die Freude, als jeweils just im rechten Moment der Zug einfuhr, bei Radio-Machern ebenso wie bei Radio-Zuhörern und -Zuschauern.