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«Q»-Todesopfer war Taxiräuber

Beim Prozess um einen Überfall auf ein Taxi ist der 20-jährige Oberengstringer, der bei einer Messerstecherei vor dem Zürcher Klub «Q» im März verletzt wurde, verurteilt worden. Auch der 17-Jährige, der bei der Auseinandersetzung vor dem Klub getötet wurde, war am Taxiraub vom letzten Oktober beteiligt.

Attila Szenogrady

Am Montag kamen aufgrund eines Strafprozesses vor dem Bezirksgericht Zürich neue Fakten über die Opfer der Messerstecherei vom 20. März vor dem Zürcher Klub «Q» ans Tageslicht, bei der ein 17-jähriger Oberengstringer getötet und ein 20-Jähriger verletzt wurde. Beide Limmattaler waren offenbar keine Unschuldslämmer. Sie hatten sich gemäss Anklage im letzten Herbst als Taxiräuber betätigt. Zusammen mit einem dritten Komplizen, einem heute 18-jährigen aus Oberengstringen, überfielen sie in der Nacht auf den 3. Oktober 2009 eine Taxilenkerin aus Dietikon.

Das Trio suchte sich damals das Opfer vor dem Klub «Q» aus und gab eine Fahrt nach Höngg in Auftrag. Kaum waren sie um 5 Uhr am angeblichen Zielort angekommen, fiel der 17-Jährige über die ahnungslose Frau her und verlangte von ihr das Portemonnaie. Einer der Räuber zeigte wenigstens Erbarmen, indem er auf Bitte der Frau hin ein Foto ihres Enkelkindes aus dem geraubten Portemonnaie nahm und es ihr zurückgab. Danach rannten die Angeklagten mit einer Beute von 700 Franken Bargeld davon. Wenige Tage später sassen sie bereits in Untersuchungshaft.

Geständig und reumütig

Am Montag mussten sich die zwei noch lebenden mutmasslichen Räuber vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Sie zeigten sich umfassend geständig und reumütig. Die Verteidiger bezeichneten ihre Mandanten als Mitläufer und schoben damit die Hauptschuld auf den toten 17-Jährigen.

Die Staatsanwaltschaft verlangte für die beiden bereits vorbestraften Limmattaler unbedingte Freiheitsstrafen von elf sowie acht Monaten. Das Gericht setzte mildere Sanktionen fest. Acht Monate bedingt für den 18-Jährigen, neun Monate auf Bewährung für den 20-jährigen Portugiesen. Allerdings muss der vor dem «Q» Verletzte eine ehemals bedingte Vorstrafe von weiteren neun Monaten Freiheitsentzug wegen des Rückfalls absitzen.

Am 20. März war es in den frühen Morgenstunden vor dem Zürcher Klub «Q» zu einer blutigen Auseinandersetzung zwischen Jugendlichen gekommen. Plötzlich zückte ein Unbekannter ein Messer und stach auf seine beiden Gegner aus Oberengstringen ein. Der 20-Jährige kam mit mittelschweren Brustverletzungen davon. Im Gegensatz zu seinem 17-jährigen Freund, der an seinen schweren Stichverletzungen starb. Der Täter entkam auf einem Fahrrad. Nach ihm wird heute noch gefahndet.

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