Die Station ist allerdings kein Ort für Schwerver-brecher: Verwahrungen sind nicht möglich. Mit der forensischen Station der Klinik Königsfelden erfährt der Aargauer Mass- nahmenvollzug eine erhebliche Veränderung: Es ist die erste Station im Kanton für Straftäter mit stationärer Massnahme. Diese konnten bisher nur ausserkantonal angemessen betreut und therapiert werden. Aus Mangel an solchen Plätzen bestanden lange Wartelisten. Diese Gruppe Straftäter wurde nicht oder nicht ausreichend psychiatrisch behandelt.

Seit letztem Sommer betreiben die Psychiatrischen Dienste Aargau in der Klinik Königsfelden eine forensische Station mit 16 Betten. Zwei Betten sind für Kriseninterventionen reserviert. Bei diesen geht es vor allem um Untersuchungsgefangene, die wegen Suizidalität oder psychischen Ausnahmezuständen eingewiesen werden und nach kurzer Zeit in die Haft zurückkehren.

Straftäter können im Gegensatz zur Allgemein-psychiatrie und zum Gefängnis deliktzentriert behandelt werden. Das heisst, die Straftäter sind gezwungen, sich mit ihrem Delikt auseinanderzusetzen.
«Untersuchungen zeigen, dass dadurch die Rückfall-gefahr erheblich verringert wird - das heisst: mehr Sicherheit für alle», erklärte Josef Sachs, Leiter Forensik, anlässlich der Eröffnung. PD/Kel