Swiss Award 2009

Prêtre: «Man wird doch nicht für Alltagsarbeit ausgezeichnet»

René Prêtre wird bei der Verleihung live von Mosambique zugeschaltet

René Prêtre wird bei der Verleihung live von Mosambique zugeschaltet

Die rechte Hand zur Faust geballt und dann nach oben gerissen: So hat René Prêtre auf seine Wahl zum Schweizer des Jahres reagiert. «So muss es sein, wenn man k.o. geschlagen wird», probiert der Herzchirurg seine Stimmung in Worte zu fassen.

"Wenn mir das jemand vorausgesagt hätte, hätte ich gelacht", sagt der bescheidene 53-Jährige zur "Schweizer Illustrierten". "Ich dachte immer, man muss als Schweizer des Jahres etwas Besonderes tun. Man wird doch nicht für Alltagsarbeit ausgezeichnet", sagt Prêtre.

Schon am nächsten Morgen geht Prêtre wieder seiner Alltagsarbeit nach. Er ist gerade zwei Wochen in Maputo, Mosambique. Über seine Stiftung Le Petit Coeur finanziert er seine humanitäre Arbeit in Afrika, wo er herzkranke Kinder operiert.

Durch die Wahl erhofft er sich auch grössere Bekanntheit seiner Stiftung: "Jetzt ist bekannt, was wir hir in Afrika machen. Vielleicht finde ich jetzt leichter Unterstützung", sagt der Arzt. "Dann könnte ich die nächsten zehn Jahre nach Mosambique reisen und hätte keine Geldsorgen mehr."

Der Chef am Kinderspital Zürich ist im jurassischen Boncourt auf einem Bauernhof aufgewachsen. Er ist das drittälteste von sieben Kindern. Sein Vater hat ihn geprägt: "Er war ein Arbeiter. Ich habe seine Mentalität", sagt Prêtre.

Meistgesehen

Artboard 1