Die zwölf Jury-Mitglieder - hinzu kommen sechs Ersatzkandidaten - sollen über die Schuld des langjährigen Chefs des Sinaloa-Kartells befinden.

Das bis auf Freitag angesetzte Geschworenen-Auswahlverfahren findet aus Sicherheitsgründen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Zur Auswahl für die Jury stehen rund hundert Kandidaten. Am Montag wurden 17 von ihnen aussortiert - darunter zwei Frauen, die Sorgen vor möglichen Vergeltungsmassnahmen des Drogenkartells geäussert hatten.

Eine der Frauen sagte, sie befürchte, dass sich Guzmáns Familie an den Geschworenen und deren Familien rächen könnte. Sie habe "Angst" und fühle sich "unsicher".

Für die Geschworenen werden höchste Sicherheitsvorkehrungen gelten: Ihre Namen werden geheim bleiben und sie werden jeden Verhandlungstag zum Gericht eskortiert.

Teuerster Prozess der Geschichte der USA

Schätzungen zufolge könnte der Prozess wegen der hohen Sicherheitsvorkehrungen und der Schutzprogramme der teuerste in der Geschichte der USA werden.

In dem auf vier Monate angesetzten Mammutverfahren muss sich der 61-jährige Guzmán unter anderem wegen Drogenschmuggels, Waffenhandels und Geldwäsche verantworten.

Laut Anklage soll das mexikanische Sinaloa-Kartell unter seiner Führung zwischen 1989 und 2014 fast 155 Tonnen Kokain und grosse Mengen andere Drogen in die USA geschmuggelt haben. Guzmán droht lebenslange Haft in einem Hochsicherheitsgefängnis.

Die Anklage stützt sich auf rund 300'000 Seiten Dokumente, 117'000 Audioaufnahmen und grosse Mengen an Fotos. Viele der Beweismittel sind als vertraulich eingestuft. Zahlreiche Informanten und Zeugen in dem Verfahren stehen unter besonderem Schutz.

Seit 2017 in Einzelhaft

Guzmán, der in Mexiko zwei Mal aus dem Gefängnis entkommen war, verbringt seit seiner Auslieferung an die USA im Januar 2017 täglich 23 Stunden in Einzelhaft in einer fensterlosen Zelle.

Besuch darf er nur von seinen Anwälten und seinen siebenjährigen Zwillingstöchtern erhalten. Seine 29-jährige Frau Emma Coronel hat kein Besuchsrecht. Seit 2017 hat sie keine Anhörung versäumt, sie wird auch bei den Eröffnungsplädoyers zum Prozessauftakt am 13. November erwartet.