Problempflanze im Gemeindehaus

Weil sie allergische Reaktionen hervorrufen kann, gilt die Ambrosia als Problempflanze. In Geroldswil beschreitet man neue Wege zu ihrer Bekämpfung.

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Limmattaler Zeitung

Sandro Zimmerli

Sie ist unscheinbar, wurde ursprünglich aus Nordamerika eingeschleppt und gilt als Problempflanze - das Traubenkraut, besser bekannt als Ambrosia. Insbesondere für Allergiker stellt das Unkraut eine Gefahr dar, da seine Pollen zu heuschnupfenartigen Symptomen wie triefender, juckender Nase oder geschwollenen Augen führen können. Im schlimmsten Fall ruft sie bei betroffenen Personen sogar Asthma hervor oder sorgt für entzündete Bronchialschleimhäute.

Der Regierungsrat des Kantons Zürich hat der Pflanze deshalb den Kampf erklärt und zählt dabei auf die Mithilfe der Gemeinden und der Bevölkerung. Gerade hier beginnen aber die ersten Probleme - wie erkennt man überhaupt Ambrosiapflanzen? Die Gemeinde Geroldswil hat für das Problem eine naheliegende Lösung gefunden. Seit kurzem kann man im Gemeindehaus eine Ambrosiapflanze besichtigen.

Drei spezifische Merkmale

«In der Vergangenheit ist es öfter vorgekommen, dass sich Leute bei uns meldeten, weil sie eine Ambrosia entdeckt hätten», erklärt Gemeindeschreiber Beat Meier. Der Werkdienst sei daraufhin ausgerückt, habe aber immer feststellen müssen, dass es sich bei der vermeintlichen Ambrosia um eine andere, ungefährliche Pflanze handle. «Wir haben uns deshalb entschieden, eine Ambrosia anzuschaffen, damit die Leute die Pflanze in Natura beobachten können», so Meier. Bislang hätten schon einige Personen vom Angebot Gebrauch gemacht.

Zur Verfügung gestellt wird die Musterpflanze vom Strickhof, einer Abteilung des Amtes für Landschaft und Natur der Baudirektion Kanton Zürich, die sich unter anderem mit Pflanzenschutz befasst. «Seit vier Jahren stellen wir den Gemeinden solche Pflanzen zur Verfügung», sagt Gabriel Popow, beim Strickhof für die Ambrosiabekämpfung zuständig. Man sei der Meinung, dass es für die Leute so am einfachsten sei, eine Ambrosiapflanze zu erkennen und zu bestimmen.

Die drei herausragenden Merkmale, so Popow, seien einerseits die gefiederten Blätter, Karottenblättern ähnlich, und vor allem in der Blütezeit der Pflanze im August gut zu erkennen. «Zudem ist die Pflanze behaart und der männliche Blütenstand erinnert an eine Traube», sagt Popow.

Entsorgung im Kehrichtsack

«Kennt man diese drei Eigenschaften, lässt sich die Ambrosia relativ gut bestimmen», hält Popow fest. Zweifel könnten jedoch nie ganz ausgeräumt werden. Am besten reisse man eine verdächtige Pflanze samt Wurzeln aus dem Boden und zeige sie einem Werkmitarbeiter auf der Gemeinde. «Entsorgt werden muss die Pflanze danach auf jeden Fall im Kehrrichtsack und nicht mit anderem Grüngut, es besteht die Gefahr, dass sich die Ambrosia so noch weiter vermehrt», so Popow.

Die Chance, eine Ambrosiapflanze im Siedlungsgebiet zu finden, sei aber gering, erklärt Popow. «Eingeführt wurde die Pflanze vor über 100 Jahren, vermutlich beim Import von Sommerweizen», so der Experte. Die Pflanze sei vornehmlich entlang der Transportrouten, also Eisenbahnlinien oder Strassen, heimisch geworden. Zudem sei der Bestand im Kanton Zürich seit 2006, als man die Bekämpfung von Ambrosia für obligatorisch erklärt habe, drastisch zurückgegangen. Im Jahr 2004 seien dann die ersten grossen Bestände, mit gegen 100 000 Pflanzen im Kanton Zürich entdeckt worden. «Mittlerweile existieren noch 20 bis 30 Bestände mit wenigen 100 Pflanzen.»

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