Birr
Problematischer Pavillon-Standort

Auf dem Gelände der reformierten Kirche in Birr soll ein Pavillon entstehen. Aufgrund einer Einsprache ist die Baubewilligung noch hängig.

Merken
Drucken
Teilen
Birr Pavillon

Birr Pavillon

Aargauer Zeitung

Danial Naghizadeh

Der Kindergarten in Birr grenzt direkt ans Gelände der reformierten Kirche. Seine Fassade ist Denkmal für den Schweizer Pädagogen Heinrich Pestalozzi. Am anderen Ende des Innenhofes steht die Bourbaki-Statue des französischen Bildhauers Frédéric-Auguste Bartholdi, dem Schöpfer der Freiheitsstatue in New York.

Genau dazwischen soll nun entlang der Kirchenmauer ein überdachter, 11 mal 13 Meter grosser Pavillon entstehen mit Toiletten und zwei Abstellräumen, einer davon für die Kirche, der andere für den Kindergarten. Es wird mit Kosten von etwa 180 000 Franken gerechnet.

«Der Bau wurde nötig aufgrund des fehlenden Stauraums in der Kirche sowie der veralteten, für Rollstuhlfahrer unzugänglichen Toiletten zur Strasse hin», so Markus Grütter, Präsident der Baukommission der Reformierten Kirchgemeinde Birr. «Der Pavillon ermöglicht den Besuchern zudem, sich nach der Kirche draussen zu treffen.» (Zur Kirchgemeinde gehören Lupfig, Scherz, Schinznach-Bad, Brunegg, Birrhard und Birr.)

Pavillon in zwei Hälften

«Das Pestalozzi-Denkmal ist von nationalem Interesse», sagt Hans Rudolf Urech, Architekt des Pavillons. «Der Denkmalschutz forderte einen möglichst unauffälligen Neubau, der sich dem Bestehenden unterordnet.» Nach Einbezug der Behörden habe man sich für die Variante eines nach hinten versetzten, rittlings auf der Kirchenmauer aufliegenden Pavillons entschieden.

Demnach käme eine Hälfte des Pavillons auf Kirchengelände und die andere auf öffentlichen Grund zu liegen. Um dem Wunsch des Denkmalschutzes - möglichst wenig Fläche des Innenhofes einzunehmen - zu entsprechen, willigte die Gemeinde dazu ein, der reformierten Kirche das entsprechende Bauland - den Teil ausserhalb der Kirchenmauer - zur Verfügung zu stellen.

Das aktuelle Bauvorhaben ist der dritte Teil einer Serie von Erneuerungen jüngeren Datums. Vor kurzem wurde bereits der Innenraum der Kirche renoviert sowie der Zugang zum Westeingang. Das Gesuch für den Bau des Pavillons wurde im März eingereicht.

Aufgrund einer Einsprache hat sich das Genehmigungsverfahren nun leicht verzögert. Grund der Beschwerde ist in erster Linie die Auswahl des Baumaterials. Derjenige Teil des Pavillons auf gemeindeeigenem Grund liegt in der Dorfkernzone. So unterliegt er besonderen Baubedingungen und müsste zum Beispiel mit Satteldach ausgestattet werden.

Da der Denkmalschutz einen Nebenbau wollte, der sich dem Bestehenden unterordnet, war ein Satteldach allerdings keine Option, erklärt Architekt Urech. «Mit Satteldach wäre der Bau um zwei Meter höher und wä-re um einiges auffälliger.» Die Regelung über die Dorfkernzone sieht jedoch ausdrücklich Abweichungen von der Norm vor. So kann der Gemeinderat bei Nebengebäuden - wie dem Pavillon - Ausnahmen erteilen. Die Kirchgemeinde wartet momentan auf den Entscheid.