Raumfahrt

Privatreisen ins All: Milliardär Branson enthüllt «SpaceShipTwo»

Der britische Milliardär Richard Branson hat sein erstes Raumschiff für private Kurztrips durchs Weltall enthüllt. Die Raumkapsel «SpaceShipTwo» gab am Montagabend (Ortszeit) in der kalifornischen Mojave-Wüste ihr Debüt.

Nach Angaben einer Sprecherin des Unternehmens Virgin Galactic waren 800 Gäste zu der Vorstellung bei Sonnenuntergang eingeladen. Mit dabei waren der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger und die deutsche Unternehmerin Sonja Rohde, die bereits ein Ticket als "Privatastronautin" gebucht hat.

"Ich kann es kaum fassen, dass die erste Reise jetzt in greifbare Nähe rückt", sagte die 34-Jährige der Nachrichtenagentur dpa vor der Enthüllung. Schwarzenegger lobte Branson als "aussergewöhnlichen Visionär", den Luftfahrtpionier Burt Rutan als "einen der grossartigsten Weltraumingenieure aller Zeiten".

Rutan war der Entwickler des Raketenflugzeugs "SpaceShipOne", das 2004 Mal aus der Mojave-Wüste in den Weltraum vorstiess. Branson war von dem Projekt so angetan, dass er die Technologie kaufte, um mit der weiterentwickelten Version Touristen ins All zu schicken.

Das 18 Meter lange, weiss glänzende "SpaceShipTwo", das zwei Piloten und sechs Passagieren Platz bietet, soll mit dem Trägerflugzeug "WhiteKnightTwo" in rund 15 Kilometer Höhe gebracht werden. Dann soll sich das Raumflugzeug abkoppeln und mit Raketenantrieb auf 110 Kilometer Höhe steigen.

Die Passagiere sind dann einige Minuten schwerelos. Die ersten Testflüge sind für Anfang 2010 geplant. "Wir haben riesige Fenster, wie kein anderes Raumfahrzeug zuvor, durch die sie (die Passagiere) auf die Erde schauen können", sagte Branson: "Sie können herumschweben und damit zu Astronauten werden".

Auf den ersten Flug will Branson seine eigene Familie mitnehmen. Rund 80'000 Menschen haben sich bereits auf einer Warteliste eingetragen. An der "SpaceShipTwo" wurde jahrelang unter grösster Geheimhaltung gearbeitet.

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