Private Sicherheitsfirma soll in Birmenstorf für Ruhe sorgen

Der Birmenstorfer Gemeinderat hat genug: Er will den Nachruhestörungen und dem Vandalismus nicht länger zusehen. Nebst dem Einsatz einer privaten Sicherheitsfirma hat der Gemeinderat einen Leitfaden erarbeitet.

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Sicherheitsfirma

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Aargauer Zeitung

Sandra Kohler

Die Gemeinde Birmenstorf kämpft gegen Nachtruhestörungen, Littering und Sachbeschädigungen. Seit Ende Mai dreht deshalb jeweils am Wochenende die private Sicherheitsfirma Gisi GmbH aus Gebenstorf ihre Runden. «Ausgelöst wurde diese Massnahme durch die regelmässigen Nachtruhestörungen am Freitagabend im Gebiet Jugendraum, Mehrzweckhalle, Kindergarten», sagt Vizeammann Hans Gerber gegenüber a-z.ch.

Zahlreiche ältere Schüler und Jugendliche kamen von auswärts und brachten Alkohol mit. Die Leiter des Jugendraums konnten die Situation nicht eindämmen. Zudem können sie gemäss Gerber nicht für das Umgelände Mehrzweckhalle und Kindergarten verantwortlich gemacht werden. «Einmal marschierten wir gar mit der Polizei auf», erzählt Gerber. In der Zwischenzeit wurde der Jugendraum geschlossen, dieser wird aber nach den Sommerferien wieder geöffnet - unter der Leitung einer Jugendarbeiterin aus Baden.

Verursacher werden gezielt mit Namen angesprochen

Der Gemeinderat Birmenstorf will der Vandalismus-Entwicklung entgegentreten und hat nun einen Leitfaden für das Vorgehen gegen Nachtruhestörung, Littering und Sachbeschädigung ausgearbeitet. «Wir wollen der Bevölkerung zeigen, dass etwas getan wird», erklärt Vizeammann Gerber.

Beim Leitfaden steht die Aufhebung der Anonymität der Verursachenden im Vordergrund, ohne diese gleich zu kriminalisieren. «Wenn wir jemanden kennen und auf frischer Tat erwischen, sprechen wir die Personen direkt mit dem Namen an - dann sind sie wie Lämmchen», so Gerber. Polizeihoheitliche Aufgaben hat die Sicherheitsfirma aber nicht. Das heisst sie stellt keine Bussen aus und nimmt keine Verhaftungen vor. Es werden lediglich die Personalien aufgenommen und an den Gemeinderat weitergeleitet. Bei Bedarf wird zudem die Polizei aufgeboten.

Der Einsatz ist vorerst befristet

Die Sicherheitsfirma patrouilliert nebst dem Dorf auch durch den Rebberg. Vizeammann Hans Gerber: «Bei der Feuerstelle hat es regelmässig Abfallberge, auch dagegen wollen wir vorgehen.» Zudem fordert Hans Gerber die Bevölkerung auf, bei Beobachtungen oder Anliegen direkt die Polizei-Patrouille oder die Mitarbeitenden der Sicherheitsfirma anzusprechen. Auch können Anliegen bei der Gemeindekanzlei deponiert werden.

Der Einsatz der privaten Sicherheitsfirma ist vorerst bis Ende September befristet. «Dann setzen wir uns mit der Stadtpolizei Baden zusammen und werten den Einsatz aus», sagt Gerber. Zwischen 8000 und 10 000 Franken hat die Gemeinde für den Einsatz budgetiert.

Birmenstorf ist mit dem Problem nicht allein

Videokameras an Schulhäusern und Bahnhofsgebäuden - private Sicherheitsfirmen drehen ihre Runden durch die Gemeinden. Die starke Zunahme von Nachtruhestörungen, Vandalismus und Littering veranlassen immer mehr Aargauer Gemeinden private Sicherheitsfirmen anzustellen. Die Polizei hat für regelmässige Kontrollgänge meist keine personellen Ressourcen.

Beispielsweise in den Gemeinden Oberwil-Lieli, Brugg, Würenlingen, Wohlen, Stetten, Kaiseraugst, Beinwil am See, Meisterschwanden, Baden, Däniken, Bellikon, Neuenhof, Oberentfelden kommen Sicherheitsfirmen zum Einsatz. Manche der Gemeinden setzen diese lediglich befristet oder für spezifische Einsätze ein.

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