Premiere weist 2008 einen Rekordverlust aus

Lange Durststrecke in Aussicht (Archiv)

Lange Durststrecke in Aussicht (Archiv)

Beim Bezahlfernsehsender Premiere ist nach einem Rekordverlust kein Ende der Krise in Sicht. Im 2008 verfünffachte sich der Nettoverlust im Vergleich zum Vorjahr auf fast 270 Mio. Euro, wie das Unternehmen mitteilte.

Gewinne stellt der Konzern, der womöglich bald schon mehrheitlich von Grossaktionär Rupert Murdoch kontrolliert werden könnte, erst für 2011 in Aussicht.

"2008 war ein schwieriges Jahr, in dem wir einen grossen finanziellen Verlust und eine Liquiditätskrise überstehen mussten, die unsere Existenz bedroht hatte", sagte Premiere-Chef Mark Williams.

Belastet worden sei das Ergebnis unter anderem durch Kosten zur Beseitigung von Lücken in der Programmverschlüsselung, die das Schwarzsehen ermöglichen. Zudem habe es 2008 anders als in den vergangenen Jahren viel geringere Sondererlöse durch Beteiligungsverkäufe gegeben. Der Umsatz sank im vergangenen Jahr leicht auf 941 von 937 Mio. Euro.

Um in die schwarze Zahlen zu kommen, werden drei bis 3,4 Mio. Abonnenten benötigt, erläuterte der von Murdoch im Herbst nach München geholte neue Premiere-Chef Williams. Premiere zählte Ende 2008 rund 2,4 Millionen Abonnenten. Im Schlussquartal verlor der Sender 12 000 Kunden. Da die Kapitalinfusion Murdochs erst im zweiten Quartal kommen dürfte, ist das Geld für teure Marketing-Aktionen derzeit knapp.

Premiere hatte sich 2002 knapp aus den Trümmern des pleitegegangenen Film- und TV-Konzerns von Leo Kirch retten können und seitdem erst einmal einen kleinen Jahresgewinn geschrieben. Der bis 2008 grösste Jahresverlust fiel im Jahr 2003 mit 204 Mio. Euro an.

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