Preisschub beim ZVV geht weiter

Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) erhöht erneut seine Preise. Und die Preiserhöhungen im Zweijahresrhythmus dürften weitergehen. Ein Grund ist das kommende Sparpaket des Kantons Zürich.

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Matthias Scharrer

Bahn-, Bus-, Tram- und Schifffahren im Zürcher Verkehrsverbund wird ab 2011 teurer. Am stärksten ins Geld geht der Anstieg bei den Abonnements: Das Jahresabo fürs ganze Kantonsgebiet kostet neu 2043 Franken und überschreitet damit erstmals die 2000-Franken-Grenze. Zurzeit ist das Jahresabo noch für 1963 Franken erhältlich (siehe Tabelle). Im Durchschnitt beläuft sich die geplante Preiserhöhung auf drei Prozent, wie der ZVV gestern mitteilte.

Cobratram und Gleise kosten

Als Hauptgründe nennt ZVV-Sprecherin Beatrice Henes Folgekosten der Cobratram-Beschaffung und des Tramschienenunterhalts, ferner Investitionen in Bildschirme zur Fahrgast-Information. Auch der Schienenunterhalt bei der Sihltal-Zürich-Üetlibergbahn falle ins Gewicht.

Zudem wolle der ZVV die Abo-Vergünstigungen dem nationalen Standard angleichen. So werde ein Jahresabo künftig verglichen mit zwölf Monatsabos nicht mehr um 31, sondern nur noch um 25 Prozent günstiger sein. Grund dafür: «Durch den Z-Pass, an dem die Kantone Zürich, Aargau, Schwyz, St. Gallen, Zug, Thurgau und Schaffhausen beteiligt sind, rücken die Tarifsysteme immer näher zusammen», so Henes. Daher seien einheitliche Standards bei der Abopreis-Gestaltung nötig.

Die Preiserhöhung bei den Abonnements ist seit Längerem beschlossene Sache. Über die übrigen Preiserhöhungen läuft bis 7. Dezember eine Vernehmlassung. Dann werden der ZVV-Verkehrsrat, dem nebst Präsidentin Rita Fuhrer Vertreter von Kanton, Gemeinden und SBB angehören, und der Zürcher Regierungsrat definitiv darüber entscheiden.

Preise steigen alle zwei Jahre

Es dürfte nicht die letzte Preiserhöhung in näherer Zukunft sein. Seit 2004 hat der ZVV der Kundschaft alle zwei Jahre steigende Kosten verrechnet. «Wahrscheinlich werden wir am Zwei-Jahres-Rhythmus festhalten», sagt die ZVV-Sprecherin. Ein Grund ist das anstehende nächste Sparpaket des Kantons Zürich. «Das Sanierungsprogramm 2010 wird auch den ZVV treffen», erklärt Henes. «Aber wir werden schauen, dass die Preisanstiege moderat bleiben.» Obwohl die Billette teurer werden, wächst das ZVV-Defizit weiter an: In diesem Jahr beläuft es sich laut Henes auf 347 Millionen, nächstes Jahr voraussichtlich auf 372 Millionen, und bis 2012 dürfte es bei 390 Millionen Franken liegen. Die nun angekündigte Preiserhöhung bringe lediglich Mehreinnahmen von 20 Millionen Franken. Folge: «Auch Kanton und Gemeinden müssen tiefer in die Tasche greifen», sagt Henes.

Der Kostendeckungsgrad durch die Billette-Einnahmen liege konstant bei rund 60 Prozent. Im letzten Jahr transportierte der ZVV 542 Millionen Fahrgäste.

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