Landdienst
Power beim Bauer

2500 Jugendliche im Alter von 14 bis 25 Jahren erleben jedes Jahr Power beim Bauer. Gegen 150 davon wählten 2008 für ihren Landdienst einen Hof im Aargau.

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Marcel Suter

Der Landdienst als grösster Ferienjob-Vermittler der Schweiz fördert die Mitarbeit junger Menschen auf Bauernhöfen. Gerade in den Sommerferien sind die verfügbaren Angebote gut belegt, trotzdem gibt es freie Plätze. 2008 erlebten insgesamt 2436 Jugendliche Power beim Bauer: 1497 Freiwillige aus der Schweiz, 696 Schülerinnen und Schüler anlässlich eines Praktikums und 243 Jugendliche aus dem Ausland unterstützten mehr als 1000 Bauernfamilien im Alltag. Der Landdienst vermittelt Jugendliche, die Lust haben, auf einem Bauernhof mit anzupacken und die Lebensweise einer Bauernfamilie kennen zu lernen.

Die Einsätze im Kanton Aargau werden von Astrid Gisler vom Bauernsekretariat Luzern koordiniert. «Landdiensteinsätze im Kanton Aargau sind zwar in der Statistik leicht abnehmend, jedoch nach wie vor beliebt», teilt sie mit. 2007 wurden 159 Plätze vermittelt, 2008 waren es noch 137. «Die Kantonsschulen Zofingen und Baden haben zudem 152 Praktikantinnen und Praktikanten in den Landdienst vermittelt, die insgesamt 1573 Arbeitstage geleistet haben», weiss Astrid Gisler.

«Landdiensteinsätze sollen neue Erfahrung und farbige Erlebnisse vermitteln», so lautet die Zielsetzung der Aktion. Leider werde diese Idee hin und wieder falsch verstanden. Manchmal schickten Eltern ihre Kinder aus erziehungstechnischen Gründen quasi zur Strafe in den Landdienst oder suchten eine Gelegenheit, Urlaub ohne Kinder zu machen.

Dabei sind die Voraussetzungen und die Bedingungen zum Landdienst-Einsatz so einfach wie klar. «Sie müssen keine Vorkenntnisse oder Erfahrungen in Bezug auf die Landwirtschaft mitbringen», heisst es in den Satzungen des 1946 in Winterthur gegründeten Vereins.

«Ein Landdienst-Einsatz ist aber kein Ferienaufenthalt», wird deutlich präzisiert. Die Jugendlichen werden in den bäuerlichen Tagesablauf integriert, unterstützen und entlasten die Familie bei ihrer Arbeit.

Nicht wie geplant begann die «Landdienstwoche» auf dem Bauernhof Friedheim in Erlinsbach. Die zum Einsatz gemeldete Schülerin musste sich kurzfristig abmelden: Zehenbruch. «Wir hatten natürlich mit ihr gerechnet, aber es kann ja immer etwas sein», sagt Bäuerin Anna Bircher.

Sie habe bislang immer gute Erfahrungen gemacht. Im Frühling hätte eine Praktikantin gar für die ganze Familie gekocht. «Wir hatten ein wunderbares Verhältnis mit ihr und es entstand eine familiäre Beziehung.»

Bereits zu Ferienbeginn ist auf dem Steinhof in Ueken bei der Grossfamilie von Robert und Helga Schmid eine Schülerin im Einsatz. Angela Zurbriggen zog es aus Saas Fee ins aargauische Fricktal. Sie hilft bei der Kirschenernte, im Haushalt und bei der Betreuung der vier Kinder Aline, Linda, Martin und Pirmin. Ein Landdienst-Einsatz, der ganz der Idee und der Geschichte der freiwilligen Hilfe auf dem Bauernhof entspricht.

Wer sich für einen Landdienst-Einsatz interessiert, findet Bedingungen und Angebote im Internet:
www.landdienst.ch oder www.powerbeimbauer.ch

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