Marke

Post drückt Basel Stempel auf

Wer es in der Schweiz auf eine Briefmarke der Post schafft, geniesst landesweit hohes Ansehen. Nächstes Jahr werden dies drei Basler Institutionen sein: das Fasnachts-Comité, die Hebelstiftung und die Universität.

Tobias Gfeller

Eine Auszeichnung dieser Art hat für jede Region in der Schweiz eine grosse Bedeutung. Dass Basel im nächsten Jahr gleich dreifach geehrt wird, ist eine kleine Sensation. Dies sei reiner Zufall, bestätigt Kurt Strässle von der Schweizer Post. Der Leiter der Produktgestaltung der Post ist unter anderem zuständig für die Briefmarken, die seit jeher ein grosses Ansehen geniessen.

Das Basler Fasnachts-Comité ist das jüngste Kind unter den stolzen Jubilaren. Am 21. März 1910 beschloss der Basler Verkehrsverein zusammen mit zwei Fasnachtsgesellschaften die Gründung eines neutralen Comités. Die Fasnachts-Ausgabe 2010 wird deshalb unter einem ganz besonderen Stern stehen. Für Comité-Obmann Felix Rudolf von Rohr ist diese Sondermarke schlichtweg «irrsinnig und toll».

Für den begeisterten Fasnächtler bildet die Briefmarke einen zentralen Punkt in den Jubiläumsfeiern. «Noch in diesem Jahr wird die Marke präsentiert, und noch vor der Jubiläumsfasnacht kommt sie auf den Markt.» Über das Design der A-Post-Marke wollte von Rohr keine Auskunft geben. «Nur so viel: Sie wird das Comité ideal in Erscheinung bringen.»

Älteste Uni der Schweiz

Die Basler Hebelstiftung wurde zu Ehren des 100. Geburtstags von Johann Peter Hebel 1860 ins Leben gerufen und feiert im nächsten Jahr ihr 150-jähriges Bestehen. Der in Basel geborene Hebel war evangelischer Theologe und Pädagoge. Einen Namen machte er sich vor allem als «der bedeutendste alemannische Mundartdichter» seiner Zeit, wie er heute oftmals genannt wird.

«Johann Peter Hebel war zwar deutscher Staatsbürger, war aber für die Stadt Basel und auch für die Schweiz eine wichtige kulturgeschichtliche Person», würdigt Kurt Strässle den Geehrten. Stiftungspräsidentin Beatrice Mall-Grob war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Von den drei Jubilaren geniesst wohl die Universität Basel landesweit die grösste Anerkennung. Auch ohne die Auszeichnung der Post hätten an der Uni zum 550-jährigen Bestehen im nächsten Jahr Feierlichkeiten stattgefunden. «Unter dem Motto ‹Wissen bewegt uns› thematisiert die Universität im Jubiläumsjahr ihre Geschichte und blickt kritisch auf Gegenwart und Zukunft», schreibt die Uni auf ihrer Homepage.

Diesem Motto schliesse sich die Briefmarke an, verrät Antonio Loprieno, Rektor der Uni Basel. «Ich habe zwar die Marke noch nicht gesehen, aber es handelt sich um eine grafische Darstellung der Tradition und Geschichte der Uni und deren Zukunftsaussichten.» Besonders freut ihn, dass die Marke im B-Post-Format erscheint, was eine «erhöhte Sichtbarkeit garantiert».

Anträge gestellt

Die Geehrten kamen nicht aus heiterem Himmel zu ihrem Glück. Alle drei hätten bei der Post Anträge gestellt, erklärt Kurt Strässle. «Dass wir gleich allen drei Basler Institutionen den Zuschlag geben konnten, war natürlich sehr aussergewöhnlich.» Die Bekanntgabe der Sujets der Briefmarken stellt für die Post jedes Mal eine grosse Herausforderung dar. Es gilt die totale Verschwiegenheit, auch von den Geehrten, die schon vor Monaten die Zusage erhalten haben.

«Es wusste nur ein ganz kleiner Kreis innerhalb des Comités davon», bestätigt Obmann von Rohr die strengen Auflagen der Post. Das Schweigen hat sich gelohnt, denn für die drei Basler Institutionen bedeutet diese Auszeichnung einen enormen Bekanntheitsschub in der ganzen Schweiz. Das Fasnachts-Comité, die Hebelstiftung und die Universität stehen von nun an in einer Reihe mit den Olympischen Winterspielen 1948 in St. Moritz, dem Verkehrshaus in Luzern oder der lebenden Tennislegende Roger Federer.

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