Mit verschiedenen Massnahmen sollen die Polizisten vor Gewalt geschützt werden. «In der Aus- und Weiterbildung werden die Beamten auf heikle Situationen vorbereitet», sagt Franz Märki, Mediensprecher der Kantonspolizei Bern. Es werden beispielsweise Rollenspiele veranstaltet, damit die Polizisten lernen, mit schwierigen Situationen umzugehen.

Des Weiteren werde bei jedem Einsatz geprüft, ob allenfalls mehr als eine Patrouille an den Tatort ausrücken muss, wenn die Sicherheit der Anwesenden Polizisten nicht gewährleistet ist. Das sei nicht immer einfach, die benötigte Anzahl Polizisten an einen Ort aufzubieten. «Wenn an einem anderen Ort beispielsweise gerade ein Unfall passiert ist, muss der Einsatzleiter entscheiden, was wichtiger ist und ob die Sicherheit aller Beteiligten gewährleistet ist.»

Die Übergriffe auf Polizisten hätten erheblich zugenommen, sagt Märki. Vor allem bei Schlägereien, bei denen die Akteure alkoholisiert sind oder in Fällen von häuslicher Gewalt müsse der Polizist Vorsicht walten lassen und allenfalls Verstärkung aufbieten.

Nach besonders schwierigen Einsätzen werde mit den beteiligten Polizisten ein Debriefing veranstaltet, an dem diese sich austauschen können und über ihre Erlebnisse berichten können. Das helfe, schlimme Erlebnisse zu verarbeiten. Zusätzlich stehen den Berner Kantonspolizisten laut Märki Polizeipsychologen zur Verfügung, falls sie nach einem Einsatz psychologische Hilfe benötigen.