zeugnis

Polizei und Politik greifen ein

Zeugnis

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Die tägliche Portion Meiereien aus der Aargauer Zeitung.

Jörg Meier

GLÜCKLICHE AARGAUER Jugend! Jetzt setzen sich Polizei und Politik mit gezielten Massnahmen für eine bessere Erziehung ein. Denn die Aargauer Jugendlichen erweisen sich zunehmend als gewaltbereit, laut, faul, undiszipliniert und unpünktlich. Die Eltern sind offensichtlich häufig überfordert und können ihren Kindern die für ein gesittetes Leben notwendigen Tugenden einfach nicht beibringen. Höchste Zeit also, dass sich Polizei und Politik gleich doppelt kümmern wollen.

DIE POLIZEI will Jugendliche, die sich nachts nach 23 Uhr noch draussen aufhalten, aufgreifen und die Eltern informieren. Werden die Jugendlichen gar beim Schneeballwerfen oder ähnlichen Untaten erwischt, werden sie auf den Posten genommen und allenfalls verzeigt und ihre Taten öffentlich gemacht. Auf diese Weise will die Polizei präventiv gegen Gewalt und Vandalismus vorgehen.

WER DIE SCHULE schwänzt, ist faul, undiszipliniert oder mindestens unpünktlich. Was ja eigentlich alles zusammengehört. Damit das Schwänzen ein Ende hat, sollen nun alle Absenzen, sowohl entschuldigte als auch unentschuldigte, wieder im Zeugnis eingetragen werden. Das senkt zudem die Schwänzquote und wirkt charakterbildend im guten Sinne. Mit der Wiedereinführung der gut gemeinten «Schwänzbremse» wird sich der Grosse Rat befassen.

NATÜRLICH REICHT das alles noch nicht, um die Aargauer Jugend zur besterzogenen in der Schweiz zu machen. Aber wenn noch viele weitere solcher Aktionen folgen, werden wir das zweifelsfrei eines Tages schaffen. PS: Eine entschuldigte Absenz ist anzumelden: Die Meiereien fallen nächste Woche ferienhalber aus.

joerg.meier@azag.ch

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