Otto Graf

In der Geschichte des Dorfladens von Tecknau ist gestern ein neues Kapitel aufgeschlagen worden. Nach längerer Pause öffnete Karl Steiner die Ladentür für das Publikum. Die Geschichte des Ladens im 850 Seelen zählenden Tunneldorf ist ein Auf und Ab, mit Hoffnungen, die sich allesamt nicht erfüllten, bis jetzt. Vor Jahren waren es zwei Grossverteiler, dann ein privates Frauenteam, die sich mangels Ertrag die Klinke in die Hand gaben. Vor fünf Jahren ging das letzte Brot über den Ladentisch. Danach hatte ein Computerhändler hier für kurze Zeit sein Geschäftsdomizil.

Jetzt duftet es im Laden wieder nach frischen Backwaren. Steiner, der in den gemieteten Räumlichkeiten das Sagen hat, ist überzeugt, mit seiner Strategie, den einzigen Dorfladen mit Produkten für den Alltag auf die Erfolgsstrasse zurückführen zu können. Er betont, das Potential, das heisst die Kundschaft, die im eigenen Dorf einkaufen möchte, sei vorhanden.

Wenige Meter neben dem Ladengeschäft führt er seit zehn Jahren und erfolgreich mit seiner Frau Marlene die «Post», das «Pöschtli», wie die Einheimischen sagen, eine der beiden Beizen im Dorf. «Restaurant und Laden ergänzen sich in idealer Weise, im Warenangebot als auch in personeller Hinsicht», erklärt Steiner. Frischprodukte, wenn immer möglich aus der Region, finden sich sowohl in den Regalen als auch auf der Menükarte, die immer für eine Überraschung gut ist. Schliesslich kann er beim Einkauf grössere Mengen bestellen und dadurch einen besseren Preis erzielen.

Lieferung direkt an die Haustüre

Darüber hinaus richtete er parallel zum Ladenbetrieb auch noch einen Getränkehandel ein. Vorerst verkaufen Karl (Charly) und Marlene Steiner unter der Firmenbezeichnung «C+M» Waren des täglichen Bedarfs, wie etwa Backwaren, Milchprodukte, Früchte, Traiteurwaren, Getränke aller Art, auch ausländische Biere sowie Leckerbissen für das Büsi und den Bello.

Man halte das Sortiment anfänglich bewusst straff, um die Zahl der Ladenhüter tief zu halten, gibt Steiner zu verstehen. Im Laden liegt jedoch eine Liste auf, auf der die Kundinnen und Kunden ihre Wünsche nach zusätzlichen Artikeln notieren können. Selbstverständlich werde man diesen Anliegen Rechnung tragen, wenn sich ein Bedürfnis nach einem bestimmten Artikel abzeichnet. Nach drei Stunden Öffnungszeit, so Steiner, sei es aber noch zu früh, diesbezüglich Aussagen zu machen.

Kundenfreundlich sind auch die Öffnungszeiten: Von 8 Uhr bis 11 Uhr am Vormittag und von 16.30 Uhr bis 20 Uhr abends. Der Ladeninhaber und Gastwirt macht sich auch Gedanken über einen Hauslieferdienst. Gegen eine bescheidene Zustellgebühr will er die bestellten Waren ab einem bestimmten Minimalbetrag direkt an der Haustüre abliefern. Steiner versprüht einen gesunden Optimismus ohne den Bezug zur Realität zu verlieren. Als Gastwirt kennt er eben seine Pappenheimer, sprich die Gäste, die zu ihm ins Restaurant und in den Laden kommen.