Mirjam Arnold

Die 25 Teilnehmer im Alter zwischen 13 und 16 Jahren wurden in zwei Gruppen eingeteilt und jeweils zweieinhalb Tage mit Spraydosen, Papier und guten Tipps eingedeckt. Das schöne Wetter kam den Sprayern dabei sehr entgegen, konnten sie doch stets draussen arbeiten. Trotz der frischen Luft roch es doch stark nach Aerosolen. Kein Wunder: Die Jugendlichen legten sich für ihre Bilder und Visionen auch mächtig ins Zeug.

Die erste Gruppe einigte sich auf das Thema Musik. In vier Untergruppen aufgeteilt, arbeiteten sie zwei Tage an ihren Bildern, die dann im Jugendtreff aufgehängt wurden. Dabei war es den Teilnehmern völlig freigestellt, was genau sie denn zum Thema Musik machen wollten. So verewigten die einen Michael Jackson auf einer Leinwand, während andere den Schwerpunkt auf Plattenteller und Mikrofone als Sujets setzten.

Bei den Sprayarbeiten standen den Jugendlichen zwei Profis, ein Jugendarbeiter der Jugendarbeit Biberist und Sanna Schär vom Alten Spital mit Rat und Tat zur Seite. «Mir macht das Sprayen sehr viel Spass», sagte die 13-jährige Melanie Cardenas aus Zuchwil. Mit zwei Kolleginnen arbeitete sie am Spruch «Don't Stop The Music»

Punktuell statt willkürlich

Er sei hier gewesen, um zu lernen wie sprayen geht, sagte Uktan Yildirim. Der ebenfalls 13-jährige Zuchwiler sprayte mit zwei weiteren Jungs an Mikrofonen und Plattentellern. Das Sujet sei nicht von Anfang an klar gewesen. «Zuerst haben wir Skizzen gemacht, weggeworfen und wieder von vorne begonnen», erklärt er.

Das Ausleben der künstlerischen Ader sei nur ein Teilaspekt des Angebotes. «Der Jugendtreff ‹gehört› den Jugendlichen. Da sollten sie ihn auch selber gestalten dürfen. Zudem werden sie mehr Sorge zu etwas tragen, dass sie selber geschaffen haben.» erklärte Sanna Schär (Projektverantwortliche Integration/Jugend Altes Spital).

Punktuelle Projekte seien ohnehin besser als willkürliche. Schär weiter: «Die Jugendlichen wurden von der Jugendpolizei über die Folgen wilder Sprayereien aufmerksam gemacht.» Dies habe die Teenager schon sensibilisiert, «schliesslich müssten sie unter Umständen ein Leben lang Geld für den entstandenen Schaden berappen», sagte Schär.

Unterstützung durch Profis

Nebst der Kreativität und dem Einsatz sei es schön zu sehen, wie die Jugendlichen miteinander umgehen. «Gerade hier sind die Jugendlichen fast gezwungen zusammenzuarbeiten. Manchmal halt auch mit solchen, mit denen man sonst eigentlich nichts zu tun hat.» Die Jugendlichen hatten stets einen guten Umgang miteinander. Dass sie sich so verbindlich zeigen und mitmachen sei toll. Dies sei während der Ferienzeit nicht selbstverständlich, erklärte Schär.

Für die Profis lag die Herausforderung darin, «die Kreativiät aus den Jugendlichen herauszukitzeln. Manche haben Superideen, die sie aber nicht zu Blatt bringen können», erklärte Profisprayer Philipp Kälin. Dafür seien sie als Profis da, um die Jugendlichen zu unterstützen.

Die zweite Gruppe, welche dann in der zweiten Wochenhälfte die Spraydosen schwang, machte sich an das Besprayen der Aussenfassade des Nebengebäudes. Dabei bedienten sie sich der Themen «New York», «Ghetto» und «Fantasy».

Heute Freitag werden die fertigen Graffitis der breiten Öffentlichkeit präsentiert. Interessierte, Eltern, Freunde und Bekannte können sich die Werke von 14 Uhr bis 16 Uhr im Jugendtreff Biberist ansehen.