Waffen
Pistolen und Gewehre herzlich willkommen

In mancher Schublade liegt eine geerbte Pistole, oder im Estrich steht noch ein vergessener Karabiner. Damit soll nun Schluss sein: Bei einer Entsorgungsaktion im Baselbiet können Privatpersonen ihre Waffen gratis abgeben.

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Walter Brunner

Die Sicherheitsdirektion lädt das Volk zur Entwaffnung ein. An einem Sammeltag für Waffen, der im zweiten Halbjahr 2009 stattfinden soll, können nicht benötigte Waffen abgegeben werden. Regierungsrätin Sabine Pegoraro hat eine entsprechende Ankündigung gemacht und reagiert damit auf ein Postulat von Ruedi Brassel (SP, Pratteln), der die Entsorgungsaktion für Waffen im vergangenen November gefordert hatte. Die Ankündigung freut ihn, doch hätte er sie lieber früher gehabt: «Man hat sich sehr viel Zeit genommen, das Postulat entgegenzunehmen. Dieser Direktion wäre etwas mehr Mut und offensiver Tatendrang zu wünschen.»

Mit dem Entsorgungstag für Waffen zieht das Baselbiet eine Aktion nach, die bereits in etlichen Kantonen erfolgreich angeboten worden ist (siehe Kästchen). Den Anfang machte Zug, wo ein bewaffneter Mann 2001 im Parlament ein Blutbad angerichtet hatte.

Ergiebige Sammelaktionen

Der Beitritt der Schweiz zum Schengen-Raum wirkt sich auch auf Waffenbesitzer aus. Voraussichtlich treten Ende 2009 das revidierte Waffengesetz und die Waffenverordnung in Kraft. Das alte Gewehr des Urgrossvaters zum Beispiel, das im Estrich Staub sammelte, muss registriert werden. Wer seine Waffen aber nicht melden will, kann sie bei der Polizei abgeben. Mehrere Kantone haben zudem Aktionstage durchgeführt, an denen die Bevölkerung Waffen und Munition aller Art abgeben konnte (die bz berichtete). Im Kanton Basel-Stadt sind im April rund 800 Waffen und einige hundert Kilo Munition zusammengekommen. Ein Grossteil der Waffen wurde in Kaiseraugst geschreddert. Im Kanton Solothurn fand die Sammelaktion Anfang Jahr statt. Dabei wurden 431 Feuerwaffen abgegeben sowie unter anderem 260 Kilo Munition und 74 Sprengkapseln. (bru)


Informationen bei der Fachstelle Waffen und Sprengstoffe in Liestal, Telefon 061 926 31 24, oder im Internet unter www.baselland.ch. Suchbegriffe: Sicherheit, Polizei, Waffen/Sprengstoffe.

Unnötige Gefahr beseitigen

Für Brassel ist jede Waffe, die herumliegt, eine potenzielle Gefahr. Mit der Aktion könne man ein unnötiges Risiko beseitigen. Natürlich könne man die Waffen schon jetzt abgeben, aber mit einem speziellen Entsorgungsanlass würden viel mehr Leute darauf aufmerksam. Ihn hätten übrigens schon Leute angesprochen, die froh wären, wenn sie ihre Waffen entsorgen könnten. Wichtig ist für Brassel auch, dass man die gesammelten Waffen zerstört und sie nicht irgendwo anhäuft oder sie sogar in andere Hände geraten.

Tatsächlich können bei jedem Polizeiposten nach wie vor kostenlos Waffen abgegeben werden. Bis heute wurden etwa 100 Waffen gebracht, meist Karabiner und Langgewehre, schreibt Meinrad Stöcklin, Mediensprecher der Baselbieter Polizei, auf die Fragen der bz. Die Besitzer unterschreiben eine Verzichtserklärung, dann werden die Waffen angenommen und vernichtet.

Laut Stöcklin müssen folgende Waffen innerhalb eines Jahres bei der Vollzugsbehörde des Wohnkantons gemeldet werden: einschüssige und mehrläufige Jagdgewehre, Nachbildungen von einschüssigen Vorderladern und Handrepetiergewehre, Ordonnanzrepetierer, Sportgewehre und Jagdwaffen. Nicht meldepflichtig sind Waffen, die man vom Militär erhalten oder bei einem Händler erworben hat.

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