Pflegeplan

«Pflegeplan» für die Homburg

Soll aufwändig saniert werden, um den Zerfall zu verzögern: Ruine Homburg.

"Pflegeplan" für die Homburg

Soll aufwändig saniert werden, um den Zerfall zu verzögern: Ruine Homburg.

Spätestens 2010 dürften die Restaurierungsarbeiten an der Burgruine Homburg abgeschlossen sein. Gefordert werden nun im Anschluss daran ständige Unterhaltsarbeiten.

Andreas C. Müller

Was im Wald oberhalb von Läufelfingen umhüllt von einem Gerüst in den Himmel ragt, ist kein neuer mehrstöckiger Wohnbau, sondern nach wie vor die Burgruine Homburg, die seit 2006 für knapp drei Millionen Franken aufwendig restauriert wird (die bz berichtete). Noch bis spätestens nächstes Jahr soll an der Ruine gearbeitet werden, um das frühmittelalterliche und frühneuzeitliche Mauerwerk zu sichern. Darüber hinaus gilt es, die Folgeschäden aus früheren Restaurierungsaktionen zu korrigieren.

Bis in die späten 1980er Jahre musste die Homburg während fünfzig Jahren immer wieder Sanierungen über sich ergehen lassen. Doch mit all diesen Massnahmen hat man der Anlage letztlich einen Bärendienst erwiesen, weiss Michael Schmaedecke, der Verantwortliche für archäologische Stätten im Kanton Baselland. Der verwendete Zementmörtel beispielsweise verunmöglichte, dass Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk abfliessen konnte. Massive Frostausbrüche waren die Folge, so dass im Jahre 2006 eine Mauer akut vom Einsturz bedroht war und interveniert werden musste.

Jährliche Folgekosten

Mittlerweile konnten die wesentlichen Schäden behoben und der Wasserabfluss verbessert werden. Zusätzlich wurde das Mauerwerk an verschiedenen Orten mit Klammern und Ankern stabilisiert. Wie nachhaltig die aktuellen Massnahmen sein werden, lässt sich schwer abschätzen. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe «Museum nach 5» im Museum BL machte Schmaedecke am vergangenen Dienstag darauf aufmerksam, dass die Homburg wie auch andere Burgruinen den Kanton in den kommenden Jahren immer wieder Geld kosten würden. «Im Falle der Homburg ist es unabdingbar, dass diese ständig unterhalten und saniert wird», erläutert der Archäologe und Universitätsdozent.

Man wolle einen «Pflegeplan» für die kommenden Jahre erstellen, der regelmässige Kontrollen und die Behebung kleinerer Schäden beinhalte. Der Kostenpunkt liege bei etwa 10 000 Franken jährlich.
Genaue Prognosen wollte Schmaedecke keine abgeben, doch der Burgenexperte orakelte dahingehend, dass die aktuellen Investitionen sich durchaus während einiger Jahrzehnte bewähren dürften, sofern sich der Kanton dazu entschliesst, Mittel für den ständigen Unterhalt zur Verfügung zu stellen. «Den schleichenden Zerfall», so Schmaedecke, «könne man dennoch nicht aufhalten, lediglich hinauszögern.»

Investitionen mit Risiko

Für den Kanton stellt sich somit die Frage, was ihm die Erhaltung seiner Burgruinen wert ist. Fest steht, dass nach der Farnsburg und der Homburg als nächstes die Schlossruine Pfeffingen saniert werden muss. Das bedeutet erneut Investitionen, die wie bei der Homburg mit einem gewissen Risiko verbunden sind. Schmaedecke umschrieb das Problem wie folgt: «Jeder Baustatiker kommt zum Schluss, dass Ruinen eigentlich nur noch aus Gewohnheit stehen.» Jederzeit können demnach trotz sorgfältiger Ausbesserungen neue Kosten anfallen. Bei der Homburg beispielsweise weiss man nicht, wie lange der unter der Anlage befindliche Felsgrund das Gewicht der Burg noch trägt. Vorerst wird an der Homburg erst einmal weiter repariert, um die Anlage zu stabilisieren.

Zum Ende des Monats können die Bauarbeiten wieder aufgenommen werden. Die Wintermonate erforderten einen Unterbruch, weil der zur Sanierung verwendeten Mörtel sehr empfindlich auf Frost reagiert.

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