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Pflegefälle sind eine grosse finanzielle Belastung

Wird der Partner pflegebedürftig, müssen Angehörige nicht selten das Haus verkaufen, um den Heimaufenthalt zu finanzieren.

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Pflge

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Aargauer Zeitung

Wer unheilbar erkrankt an Demenz, einem Gehirntumor oder Creutzfeldt-Jakob, muss früher oder später in ein Pflegeheim. Denn das Pflegebedürfnis ist für die Angehörigen nicht lange bewältigbar und im Spital können die Ärzte nichts mehr tun. Der Aufenthalt in solchen Heimen ist teuer: 9000 Franken im Monat kostet das Heim, in welchem Rolf (Text oben) gepflegt wird. Laut Pflegegesetz wird der stationäre Aufenthalt primär durch Versicherungsleistungen, aber auch eigene Mittel der Bewohner bezahlt.

6500 Franken Kosten pro Monat

Für Rolfs Frau bedeutet das: Von den 293 Franken pro Tag (für die schwersten Pflegefälle), bezahlt die Krankenkasse 84 Franken. Die restlichen 209 Franken summieren sich Ende Monat mit Nebenkosten zu rund 6500 Franken. Rolf hatte einen guten Lohn als Bauführer, doch das Krankentaggeld, welches der Arbeitgeber ein Jahr lang ausbezahlt, reicht nicht, um den Pflegeaufenthalt und die Lebenskosten der Familie zu finanzieren. Das Ersparte wird aufgebraucht, mit den beiden Kleinkindern und den Krankenbesuchen kann die Mutter nicht arbeiten. Die IV oder die Hilflosenentschädigung wird frühestens nach einem Jahr ausbezahlt.

Das Vermögen wird angerechnet

In solchen Fällen beteiligt sich der Kanton via Ergänzungsleistungen an den Kosten so weit, als damit keine Sozialhilfebedürftigkeit entsteht, sagt das Pflegegesetz. Für die Angehörigen ist die finanzielle Situation dennoch belastend. Das Vermögen wird abgebaut. Wenn es grösser als 40 000 Franken ist (für Ehepaare) wird vom übersteigenden Betrag ein Fünfzehntel als Einnahmen angerechnet (Vermögensverzehr). Selbst bewohnte Liegenschaften werden über 112 500 Franken als Vermögen berücksichtigt. (kus)