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Pflanzen effektvoll in Szene setzen

Die meisten Schweizerinnen und Schweizer kaufen sich Pflanzen in einem Grossverteiler oder Gartencenter und suchen sich auch gleich einen passenden Übertopf aus. Innenbegrünung ist aber mehr als das, wie Michel Aebi und seine Firma Creaplant in Gerlafingen beweisen.

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Solothurner Zeitung

Rahel Meier

Michel Aebi kommt aus einer Gärtnerfamilie. Er ist mit Pflanzen aufgewachsen und hat zuerst den klassischen Weg der Lehre als Zierpflanzengärtner eingeschlagen und später die Ausbildung zum diplomierten Gärtnermeister gemacht. «Schon bald habe ich gemerkt, dass Innenbegrünung mich interessiert. Man kann Räumen mit Pflanzen eine völlig neue Identität geben», erklärt Aebi. 1998 hat er seine eigene Firma gegründet. Sie heisst Creaplant, beschäftigt neben ihm vier Mitarbeiter und befindet sich seit April 2009 im Bolacker in Gerlafingen.

Viel Geschäftskundschaft

95 Prozent der Kundschaft von Michel Aebi sind Firmen. Rund zwei Drittel der Aufträge, die Creaplant ausführt, sind Neueinrichtungen. Zirka ein Drittel sind Unterhaltsarbeiten an Pflanzen. «Die Kunst in der Innenbegrünung ist die, die richtige Pflanzenart auszuwählen und am passenden Standort zu platzieren, so dass die Pflanzen möglichst lange leben.» Rund zehn Jahre sollte eine Pflanze halten, meint Aebi. Die Pflanzen sollten - gerade wenn sie in Firmen stehen - pflegeleicht sein. Ein weiterer Faktor ist die Beleuchtung. Egal ob natürlich oder künstlich - Pflanzen brauchen Licht.

Die Pflanze ist das eine. Der Topf dazu das andere. «Die Töpfe, die wir verwenden, kosten oft ein Vielfaches der Pflanzen.» Vorbei seien die Zeiten, in denen ein Benjaminus Ficus in einen braunen Hydrokultur-Topf von 50 Zentimetern Durchmesser gepflanzt wurde. Die Töpfe im Showroom in Gerlafingen sind hochglänzend, rot, grün, silbrig, eckig, kubisch, schmal - der Fantasie scheinen keine Grenzen gesetzt. «Die Töpfe sind Designobjekte. Wie Bilder oder Skulpturen werden sie effektvoll platziert und ziehen Blicke auf sich.» Eine Spezialität von Creaplant sind massgefertigte XXL-Gefässe. Überdimensionierte Riesengefässe, die auf Kundenwunsch speziell gefertigt werden.

Wenige ganz grosse Aufträge

Rund die Hälfte der Aufträge holt Creaplant im Raum Zürich. Deshalb hat Aebi dort einen zweiten Firmenstandort. Er und seine Mitarbeiter sind aber in der ganzen Deutschschweiz und auch in der französischen Schweiz tätig. «Wir arbeiten mit Architekten und Innenarchitekten zusammen. Wir planen und verkaufen nichts, ohne dass wir die Räumlichkeiten vorher nicht gesehen haben», so Aebi.

Auch ein Innenbegrünungsprojekt müsse sorgfältig und detailliert geplant werden. Je nachdem, was gewünscht ist, müssen beispielsweise Beetflächen ausgespart werden. Rohre für Wasser oder Strom sollten verlegt sein. Es braucht Anschlüsse für Be- und Entwässerung. «Innengärten und Landschaften werden in der modernen Architektur gezielt als Bestandteil des Gebäudes eingesetzt», meint Michel Aebi. Gerade Innengärten würden in grossen Bürogebäuden vielerlei Nutzen bringen. Als Zufluchtsort, wenn es gerade speziell hektisch zu und her gehe. Oder als wetterunabhängige Begegnungszone.

Der vertikale Garten

Grosse Vorzeigeobjekte gebe es aber selten. Zwei bis drei pro Jahr können realisiert werden. «Wir durften in Zürich den Hauptsitz von PricewaterhouseCoopers gestalten. Ein 300 m2 grosses Pflanzbecken in einem geheizten Atrium, in das wir acht Meter hohe Bäume gestellt haben.» Auch der Restaurantbereich im Einkaufszentrum Westside in Bern wurde von Creaplant mitgestaltet.

Seit kurzem hat Creaplant ein neues Angebot. Es heisst «Wonderwall» und wurde in Holland entwickelt. «Wonderwall» ist ein vertikaler Garten. An eine Wand wird ein Vlies angebracht mit Taschen. Dort hinein werden tropische Pflanzen eingepflanzt. Diese werden mit einem speziellen Bewässerungssystem automatisch mit Wasser und Nährstoffen versorgt. «Als Nebeneffekt ergibt sich so ein gutes Raumklima.» Gerade eben konnte sich Creaplant einen Auftrag für ein Schweizer Modehaus sichern, das in einer neuen Filiale im Basler Einkaufszentrum Stücki einen vertikalen Garten einrichten will.

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