Schöftland
Pfarrehepaar zieht ein

Die reformierte Kirchgemeinde Schöftland wählt am 14. Juni Dominique Siegrist zur neuen Pfarrerin. Ihr Ehemann Stefan wird sie im nächsten Jahr unterstützen.

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Pfarrer

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Aargauer Zeitung

Barbara Vogt

Die Kirchgemeinde Schöftland hat eine Nachfolgerin für Pfarrer Daniel Winnewisser: Dominique Siegrist aus Meilen. Ihr Mann Stefan Siegrist will im nächsten Jahr ebenfalls als Pfarrer in der Gemeinde arbeiten, vorerst absolviert er das Vikariatsjahr.

Wie ein Geschenk seien Dominique und Stefan Siegrist der Kirchgemeinde Schöftland zugeflogen, meint Marianne Rösch, Kirchenpflegepräsidentin. «Das Pfarrehepaar ist stark christlich verwurzelt, aber liberal ausgerichtet.» Die Kirchenpflege habe viele Bewerbungen für die ausgeschriebene Stelle erhalten, «für uns war jedoch klar, wir wollten Dominique und Stefan Siegrist. Sie ergänzen das bestehende Pfarrteam mit Daniel Hintermann und Rosemarie Müller.» Ende Juli hält das Ehepaar Einzug ins Pfarrhaus bei der Kirche. Anfang August nimmt Dominique Siegrist ihre Arbeit auf.
Am 14. Juni wählt die reformierte Kirchgemeinde Schöftland Pfarrerin Dominique Siegrist (36) in einem 100-Prozent-Pensum. In einem Jahr befassen sich die Gemeindemitglieder nochmals mit der Pfarrwahl: dann werden Dominique Siegrist und ihr Mann Stefan gemeinsam zur Wahl vorgeschlagen. Das Pfarrehepaar möchte sich die 120-Prozent-Stelle teilen. Stefan Siegrist (35) befindet sich momentan im Theologiestudium, in diesem Sommer beginnt er sein Vikariatsjahr in der reformierten Kreuzkirche Hottingen-Zürich.

Schwierige Zeiten in Männedorf

Auf positive Weise bekam Dominique Siegrist die christlichen Werte durch ihre Eltern übermittelt. Sie besuchte die Sonntagsschule und das Cevi, «das gemeinschaftliche Erleben stand bei mir immer im Vordergrund». Nach ihrer Lehre zur Kauffrau verbrachte sie einige Zeit bei einer Pfarrfamilie in Brasilien. «Ich habe die Pfarrarbeit als faszinierend erlebt und es hat mir den Ärmel definitiv reingezogen», erzählt Dominique Siegrist.

Zurück in der Schweiz holte sie die Matura nach und begann mit dem Theologiestudium. Ihr Lernvikariat absolvierte sie in Kleinbasel. Danach arbeitete sie in verschiedenen Kirchgemeinden, «von ländlich bis städtisch». Sie durchlebte auch schwierige Phasen, etwa in Männedorf. In der zürcherischen Gemeinde gab es offenbar seit Längerem Konflikte innerhalb der Kirchgemeinde, was Dominique Siegrist veranlasste, zurückzutreten. «Während dieser Zeit habe ich viel gelernt, insbesondere Konflikte möglichst früh anzusprechen.» Die Pfarrerin verschweigt diese Zeit ihres Lebens nicht und hat die Pfarrwahlkommission Schöftland von Beginn weg informiert. Zurzeit arbeitet sie in der Kirche Enge Zürich.

Durch Frau Pfarrer geworden

Dominique und Stefan Siegrist haben sich in der Jungschar kennengelernt, 2000 heirateten sie. Damals arbeitete Stefan Siegrist als Ökonom, durch die Einblicke in die Arbeit seiner Frau wuchs sein Interesse am Pfarrberuf. Sie habe ihm wohl den letzten Anstoss für die Ausbildung gegeben, meint Dominique Siegrist. Stefan Siegrist ist es wichtig, sein Wissen als Ökonom in den Pfarrberuf einfliessen zu lassen.

Auf ihre gemeinsame Stelle in Schöftland freut sich das Ehepaar, insbesondere, da es sich willkommen fühlt. Ihren Beitrag sehen Dominique und Stefan Siegrist in einer reflektierten theologisch-seelsorgerlichen Arbeit. «Jeder darf seine Lebensanschauung und Stärken einbringen und sich wiederum vom Gegenüber bereichern lassen. Bei uns gibt es kein Richtig oder Falsch.» Die generationsübergreifende Arbeit ist dem Ehepaar ebenso ein Anliegen. Diese gehe in der heutigen Zeit verloren. Jeder schaue nur für sich, dabei könnten Jung und Alt viel voneinander lernen.
Dominique und Stefan Siegrist lassen sich zum Einleben im Suhrental Zeit. «Wir möchten spüren, wo der Puls schlägt in der Gemeinde.» Und offen sein, was aus ihrer spannenden Arbeit entsteht.

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