Ein 68-jähriger Mann sowie seine Exfrau müssen ins Gefängnis weil sie Millionen von Kundengeldern veruntreut haben
Per Seilpark in die Zukunft hangeln

Sollen Bergbahnen rentieren, müssen die Betreiber für Attraktionen sorgen. Das gilt auch für die Wasserfallen: Bereits im kommenden Sommer soll ein Seilpark eröffnet werden. Weitere Projekte folgen in den kommenden Jahren.

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Seilpark

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Daniel Haller

Immer noch trägt die Wasserfallenbahn an der Bürde von 2,3 Millionen Franken Fremdkapital. Zwar konnte die Bahn mit der Gläubigerbank UBS den Kredit umschichten: «So bezahlen wir tiefere Zinsen und Amortisationsraten», erklärt Johannes Sutter, Delegierter des Stiftungsrats. Aber der Plan, mit Hilfe von Sponsoren das Fremd- in Eigenkapital umzuwandeln, trägt erstens wegen der Krise keine Früchte. Und zweitens sind die verfügbaren Werbeflächen bereits vergeben. «Absolut alles zuzupflastern würde dem Charakter der Bahn widersprechen», meint Sutter.

Ein ganzes Paket an Projekten

Der von einem Bündner Spezialisten geplante Seilpark mittlerer Grösse soll ab kommendem Sommer von der Adventure Coaching GmbH in Liestal betrieben werden. Vier verschiedene Routen unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades und zwei «Flying Foxes» – man saust am Seil wie auf dem Spielplatz 150 Meter weit über die Landschaft – sollen schliesslich die Namen von Sponsoren tragen. Mindestalter für Benutzer ist 8 Jahre.
Auf dem «Wassiweg» können kleinere Kinder die Geschichte der Wasserfallenzwerge erleben. Ergänzt wird dies durch den «Elementspark», der sich um Feuer, Wasser, Luft und Erde dreht. Für das Element Luft ist ein Kinder-Seilpark geplant. Die Ideen stammen aus einem Projekt der vierten Klasse in Arboldswil nach dem Motto: Kinder wissen am besten, woran sie Spass haben.
Der «Geschichte(n)weg» soll dagegen eher Senioren ansprechen: An verschiedenen Stationen werden die Geschichte und Anekdoten der Region ab MP3-Player zu hören sein. (dh)

Befriedigende Fahrgastzahlen

Mit der Entwicklung der Fahrgastzahlen ist Sutter zufrieden. Zwar hat sich das erste Rekordjahr 2007 nicht mehr wiederholen lassen: 2008 fielen Ostern, Auffahrt und Pfingsten ins Wasser. Aber 2009 zeichnet sich eine Steigerung ab, nicht zuletzt wegen des goldenen Herbstes. Indem die Wasserfallen sich am Railaway-Angebot der SBB beteiligt, kann sie Kombi-Tickets für die Anreise mit dem öffentlichen Verkehr und die Bahn absetzen, was das nach wie vor ungelöste Parkplatzproblem in Reigoldswil etwas entschärfen hilft. Zudem habe sich das Einzugsgebiet deutlich ausgeweitet, berichtet Sutter.

Trotzdem ist die Bahn auf zusätzliche Einnahmen angewiesen, wenn sie über die Betriebskosten und den Schuldendienst hinaus genug Rücklagen bilden will, um eine in rund zehn Jahren ins Haus stehende Revision finanzieren zu können. Fazit: Wandern, Bergbeiz, Trottinett und Schlitteln reichen nicht. Vielmehr müssen zusätzliche Angebote erstens mehr Gäste und zweitens höhere Einnahmen pro Gast bringen.

Einerseits investieren, andererseits Schulden abbauen - ein Widerspruch. Deshalb will die Stiftung Luftseilbahn Reigoldswil - Wasserfallen (LRW) die Projekte, mit denen sie neue Kundensegmente ansprechen will, so weit als möglich durch Sponsoren finanzieren lassen. Um die Projekte zu beschleunigen will die LRW aber den Seilpark (siehe Kasten) erst einmal aus den
150 000 Franken Rücklagen, die sie seit Betriebsbeginn erwirtschaftet hat, vorfinanzieren.

Neue Kundensegmente

Bereits in der kommenden Saison soll der Seilpark Familien, Schulen, Firmen- und Vereinsausflügler anziehen. Der Businessplan sieht wegen des Seilparks 6500 zusätzliche Gäste pro Jahr vor. «Wir hoffen, dass die Gäste die Angebote kombinieren: Fahrt mit der Bahn auf den Berg, Besuch im Seilpark, Essen im Restaurant und Abfahrt mit dem Trottinett.»

2011 soll dann für Familien mit kleinen Kindern der «Wassi-Weg» eröffnet werden. Auf die Saison 2012 ist ebenfalls für Kinder der «Elements Park» und für Senioren der «Geschichte(n)weg» geplant. «Mit den Freizeitprojekten können wir das Bestehen der Seilbahn langfristig sichern», ist Sutter überzeugt.