Innovativ
Per «Knoop»-Druck: In diesem Dorf kann jeder per Handy die Strassenlaternen einschalten

Eine halbe Stunde nach Mitternacht geht in Löwenstedt das Licht aus. Ab jetzt herrscht Dunkelheit in den Strassen der kleinen deutschen Gemeinde – ausser einer der rund 650 Dorfbewohner klickt auf den «Knoop» auf seinem Handy.

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Die Erfindung kommt auch bei der Bevölkerung gut an.

Die Erfindung kommt auch bei der Bevölkerung gut an.

Dann gehen alle Strassenlaternen im Dorf wieder an, bevor sie nach 12 Minuten automatisch erneut erlöschen. Bis der nächste Dorfbewohner Licht benötigt.

Möglich macht es die App «Knoop» (Plattdeutsch für Knopf) von Simon Hansen, die er in seiner Gemeinde testet und Löwenstedt damit ins mediale Scheinwerferlicht bugsiert. Denn was Hansen jetzt einmal im Kleinen ausprobiert, hat durchaus Potenzial. So viel, dass sich auch andere Gemeinden dafür interessieren könnten.

Diese Grafik erklärt, wie die App funktioniert.

Diese Grafik erklärt, wie die App funktioniert.

facebook.com/knoop

Holger Jensen, Bürgermeister von Löwenstedt hofft, dass die Gemeinde künftig Kosten sparen kann, indem die Lichter bereits etwas früher ausgeschaltet werden können. Gegenüber dem «Schleswig-Holstein Magazin» vom NDR schätzt er, dass die Betreibung der Strassenlampen pro Stunde rund 300 Euro kostet.

Die Erfindung kommt auch bei der Bevölkerung gut an. Eine Löwenstedterin: «Wenn man im Dunkeln rumläuft und dann hört man hier oder da mal ein Geräusch, ist es natürlich schon Luxus, wenn man sich mal eben das Licht anmachen kann.»

Und wer jetzt denkt, ja dann können ja Spassvögel die ganze Nacht das Licht ein und ausschalten – der liegt falsch. Die Betreiber können, jenen die Unfug treiben, die Berechtigung für die App entziehen.