Behindertenheim
Pavillondörfli wird Unterkunft für ein Jahr

Mit dem Bezug des Werkstattgebäudes ist die Bauerei für die Stiftung für Behinderte keineswegs beendet: Im Oktober wird mit dem radikalen Umbau des Wohnheims in Staufen begonnen. Drei Pavillons dienen als Provisorium für 35 Personen.

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Wohnheim Staufen

Wohnheim Staufen

Aargauer Zeitung

Peter Schmid

Das zweite grosse Bauvorhaben der Stiftung für Behinderte betrifft das 1981 bezogene Wohnheim in Staufen, das heutigen Qualitätsansprüchen nicht mehr genügt: Es ist eng, die 54 Bewohner drängen sich in kleinen Doppelzimmern, und das Gebäude ist nicht einmal durchgehend rollstuhlgängig. Es ist dreigeteilt, wobei in jedem Flügel neun Wohngruppen mit je sechs Bewohnern untergebracht sind. Beim Umbau bleiben nur die Aussenmauern erhalten. Wahrgenommen werden von aussen dereinst einzig die Balkone, die angehängt werden. Im Innern werden die drei Flügel völlig ausgekernt, und die Zahl der Wohngruppen wird von neun auf sechs verringert. Dafür können Einzelzimmer angeboten und weitere Komfortbedürfnisse befriedigt werden.

Neues Heim in neuem Block

Der Umbau bedeutet, dass von den 54 Bewohnern künftig nur noch 35 im Heim Platz finden. Für 19 Personen musste eine neue Heimstätte gesucht werden. Man fand sie in einem neuen Mehrfamilienhaus an der Zopfgasse in Staufen, das von der Stiftung vollumfänglich gemietet wurde. Dank dem frühzeitigen Kontakt mit dem Ersteller konnte der Block so gestaltet werden, dass er auch für Schwerstbehinderte geeignet ist. Das Haus kann im September bezogen werden.

Pavillondörfli als Provisorium

35 Bewohner werden für ein Jahr in einem Pavillondörfli untergebracht. Das Land dafür konnte die Stiftung in unmittelbarer Nähe des jetzigen Standorts für ein Jahr mieten. Drei Pavillons finden auf dem Grundstück Platz. Gegenwärtig werden sie in Laufenburg montiert. Für die Fundamente findet noch im Juli der Spatenstich statt, sodass das Provisorium bezugsbereit ist, wenn im Oktober das Wohnheim gänzlich ausgeräumt wird. Die Pavillons werden von der Stiftung gekauft, wobei ihr ein Rückgaberecht zu einem bestimmten Preis zugestanden wird, sofern sie nicht einen andern, besser zahlenden Käufer findet.

Stiftungsleiter Charly Suter ist überzeugt, mit der geschilderten Lösung die kostengünstigste Variante gefunden zu haben. Die Wege sind kurz, und die logistischen Aufgaben sind einfach zu lösen. Spätestens ein Jahr nach Baubeginn soll das umgebaute Heim bezugsbereit sein.

Keine weiteren Bauvorhaben

Nach der Realisierung des neuen Werkstattgebäudes und dem Umbau des Heims sind für die Stiftung für Behinderte Aarau-Lenzburg keine weiteren Bauvorhaben an ihren «Orten zum Leben», wie ihr Slogan heisst, in Sicht. Die Gebäulichkeiten am Standort in Oberentfelden wurden 1998 eröffnet und vermögen auch heutigen Ansprüchen noch vollauf zu genügen. Für Lenzburg gibt es nur noch auf lange Sicht ein denkbares Bauvorhaben: Die Aufstockung des neuen Werkstattgebäudes, wenn der Standort im Coop-Gebäude aufgegeben wird (oder werden muss). Dafür ist alles vorbereitet, inklusive Treppenhäuser, Liftschächte sowie Leitungen für Strom, Wasser und Informatik.

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