Louis Probst

«Wir sind eigentlich froh, dass es zu dieser doch speziellen Situation gekommen ist», stellt der Remiger Gemeindeammann Paul Stalder fest. «Das verschafft uns die Möglichkeit, uns mit dem auseinandersetzen zu können, was in Sachen Mobilfunkantennen auf uns zukommen könnte.»

Entwickelt hatte sich diese spezielle Situation aus der Auflage eines Baugesuches der Orange Communications AG (Zürich) für eine Mobilfunkanlage in der Remiger Gewerbezone. Vor der öffentlichen Auflage des Baugesuches hatte der Gemeinderat die Unterlagen dem Departement Bau, Verkehr, Umwelt des Kantons zugestellt, um das Vorhaben in Bezug auf die Immissionen der nichtionisierenden Strahlung und der elektromagnetischen Felder zu beurteilen.

Vorbehalte zum Standort

Der Gemeinderat hatte dabei aber auch festgestellt, dass sich die geplante Anlage - trotz ihrem Standort in der Gewerbezone - «einschneidend und ungünstig» auf das Ortsbild auswirken würde. Der Standort sei nicht optimal, hatte der Gemeinderat erklärt. Die Anlage befinde sich im Blickfeld einer grösseren Überbauung und in unmittelbarer Nähe von noch nicht überbauten Bauparzellen in der Dorfzone.

Nachdem aber die kantonalen Stellen dem Vorhaben zugestimmt hatten, musste der Gemeinderat die öffentliche Auflage des Baugesuches durchführen.

Zahlreiche Einsprachen

Während der Auflage gingen ausserordentlich viele Einsprachen gegen das Bauvorhaben ein. Die Einsprecher verlangten praktisch unisono, dass auf den Bau der Anlage zu verzichten sei und dass auch keine weiteren Mobilfunkanlagen bewilligt werden sollten. Noch während der Auflagefrist teilte der Grundeigentümer dem Gemeinderat mit, dass er seine Einwilligung für die Erstellung der Antenne zurückziehe. Daraufhin beschloss der Gemeinderat, auf die weitere Behandlung des Baugesuches zu verzichten.

Wie Gemeindeammann Paul Stalder erklärt, will der Gemeinderat jetzt den definitiven Entscheid der Orange Communications AG abwarten und dann die Bevölkerung über das weitere Vorgehen informieren.

Gespräche mit Mobilfunkanbieter

Inzwischen hat der Gemeinderat aber auch mit der Orange Communications AG und der Swisscom Gespräche geführt. Dabei ging es um Standorte für Mobilfunkanlagen in Remigen oder auch um ein lokales Gesamtkonzept der verschiedenen Mobilfunkanbieter.