Verwahrung

«Parkhausmörderin» laut Zürcher Obergericht nicht therapierbar

Verwahrung bleibt - Serienmörderin ist nicht therapierbar (Symbolbild)

Verwahrung bleibt - Serienmörderin ist nicht therapierbar (Symbolbild)

Die Verwahrung der 37-jährigen «Parkhausmörderin» wird nicht zugunsten einer stationären Therapie aufgehoben. Dies hat das Zürcher Obergericht entschieden. Es erklärte die Serienmörderin für «nicht therapierbar.»

Wegen der langanhaltenden und nicht heilbaren psychischen Störung der Verwahrten sei zu erwarten, dass sie auch in Zukunft vergleichbare Taten begehe, schreibt das Gericht in seinem Urteil. Eine Therapie sei deshalb "nicht erfolgversprechend".

Ein positiver Entscheid hätte der "Parkhausmörderin" nach zehn Jahren Isolationshaft im Frauengefängnis Hindelbank BE wieder Kontakt zu Mithäftlingen ermöglicht und ihr die Chance gegeben, nach fünf oder zehn Jahren Therapie in eine offenere Institution verlegt zu werden.

Nun bleibt der Innerschweizerin auch in Zukunft eine Einzelzelle zusammen mit ihrem Kater "Zeus", den sie in der Anhörung vor Gericht als ihren "einzigen Halt im Leben" bezeichnete.

Ihr Alltag wird identisch verlaufen wie in den letzten zehn Jahren: Vormittags stellt sie Holzspielzeuge her, dann darf sie im acht Quadratmeter grossen Innenhof frische Luft schnappen. Jeden Abend trainiert sie zudem eine halbe Stunde auf dem Laufband.

Die Neubeurteilung hat der Doppelmörderin aber dennoch einen Vorteil verschafft: Weil das Obergericht "ungünstige Rückzugs- und Verbitterungsentwicklungen" erkannte, muss die Strafanstalt Hindelbank die Verwahrte künftig psychologisch betreuen lassen.

Im Dezember 2001 wurde die damals 28-Jährige zur Verwahrung verurteilt, da sie eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellte. Zur "Parkhausmörderin" wurde die gebürtige Österreicherin, weil sie 1991 im Zürcher Urania-Parkhaus eine 29-jährige Frau erstochen hatte.

Sechs Jahre später brachte sie am Zürichsee eine 61-jährige Passantin um. Laut dem damaligen Urteil hatte sie ihre Opfer "aus Lust am Töten mit unzähligen Messerstichen abgeschlachtet".

Im März 1998 verletzte sie zudem eine 75-jährige Buchhändlerin mit einem Messer lebensgefährlich. Auf ihr Konto gehen auch über 50 Brandstiftungen und Vandalenakte.

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