Parkbussen vermiesen Ausflüglern den SchlittelspassThomas Natter aus Reinach kann nur den Kopf schütteln. Er parkierte sein Auto am vergangenen Samstagnachmittag auf einer Seitenstrasse nahe des Gempner Schlittelhangs und stürzte sich mit seinem Sohn ins Vergnügen. Bald darauf hatte er einen Bussenzettel an der Windschutzscheibe
Parkbussen vermiesen Ausflüglern den Schlittelspass

Gebüsste Autofahrer werfen der Solothurner Kantonspolizei Geldmacherei vor. Die Gemeinde aber stellt sich hinter die Behörden und wirft den Ausflüglern Bequemlichkeit vor.

Merken
Drucken
Teilen
parkbusse.jpg

parkbusse.jpg

bz Basellandschaftliche Zeitung

Lukas Hausendorf

Thomas Natter aus Reinach kann nur den Kopf schütteln. Er parkierte sein Auto am vergangenen Samstagnachmittag auf einer Seitenstrasse nahe des Gempner Schlittelhangs und stürzte sich mit seinem Sohn ins Vergnügen. Bald darauf hatte er einen Bussenzettel an der Windschutzscheibe, wie Dutzende andere an diesem Nachmittag. Der Familienvater hat dafür kein Verständnis. Er sei kein Verkehrshindernis gewesen, betont er. «Das Auto stand tief im Schnee.» Die öffentlichen Parkplätze entlang der Strasse waren alle voll, die Dornacherstrasse sei sogar nur noch einspurig befahrbar gewesen. Ein Bekannter von ihm wurde gar gebüsst, weil er auf einem Zubringer gewendet hat, obwohl er die Beamten noch vorgängig gefragt habe, ob er das dürfe.

Kein geplantes Vorgehen

Natter vermutet hinter der Wildparkiererrazzia ein geplantes Vorgehen der Solothurner Kantonspolizei. Diese weist solche Anschuldigungen vehement zurück. Weil das Postauto Schwierigkeiten hatte, zu passieren, sei die Polizei angefordert worden, mutmasst deren Sprecher Peter Schluep. «Gezielt war die Aktion sicher nicht», hält er fest. Dass bei dieser Gelegenheit gleich alle Falschparkierer mit Konsequenzen zu rechnen haben, sei dann halt so. Natter relativiert Schlueps Aussage: Entlang der Buslinie habe die Polizei kaum Bussen verteilt. Er zieht nun die Konsequenz daraus, dass er Gempen in Zukunft meiden will. «Die Gemeinde müsste sich da auch mal Gedanken machen», findet er. Mit solchen unverhältnismässigen Aktionen würden Lust und Freude einfach ausgetrieben.

Die Parkplatzproblematik ist nicht neu, weshalb sich die Gemeinde schon damit befasst hat. «Wir haben extra ausgewiesene Parkräume», so Martin Dietler, Vizegemeindepräsident. Er ortet das Problem vielmehr bei der Bequemlichkeit der Gäste und nicht bei einem Mangel an Parkplätzen. Der Gemeindeparkplatz bei der Schule ist einige hundert Meter vom Schlittelhang entfernt. Am Samstag seien dort nur drei Autos abgestellt gewesen, weiss Dietler. Dass die Polizei dann konsequent büsst, versteht er, auch weil die meisten Seitenstrassen nur Zubringer sind oder gar ein Fahrverbot besteht. Für Auswärtige sei ein Schild angebracht, das auf die Parkplätze beim Schulhaus verweist.vorliegen