Ein generelles Betretungsverbot von Sportanlagen beschneide sowohl die von der Bundesverfassung geschützte Bewegungs- als auch die Wirtschaftsfreiheit in unzulässiger Weise, stellte das Verwaltungsgericht fest. Der Entscheid wurde bereits im vergangenen November gefällt und später vom "Tages-Anzeiger" publik gemacht.

Der heute 61-jährige Fussballlehrer hatte einen minderjährigen Sohn einer befreundeten Familie zwischen seinem 10. und 17. Lebensjahr sexuell missbraucht.

Das Bezirksgericht Winterthur verurteilte den Täter 2006 wegen mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem Kind und mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem Abhängigen zu drei Jahren Zuchthaus. Das Zürcher Obergericht reduzierte die Strafe 2007 auf 33 Monate Freiheitsentzug; davon musste der Verurteilte 12 Monate absitzen.

Nach der Bestätigung des Schuldspruches durch das Bundesgericht war auch das Sportamt der Stadt Winterthur aktiv geworden. Um die Integrität von Kindern und Jugendlichen zu schützen, wurde dem Fussballlehrer im Mai 2008 das Betreten sämtlicher städtischer Schul- und Sportanlagen während drei Jahren verboten.

Gegen dieses Verbot rekurrierte der Fussballlehrer zunächst beim Winterthurer Stadtrat und danach beim Bezirksamt. Im Gegensatz zum Stadtrat, der ein generelles Betretungsverbot schützte, gestattete ihm das Bezirksamt, im Stadion Schützenwiese wenigstens die Spiele der erwachsenen Profis des FC Winterthur zu besuchen.

Mit dem Weiterzug ans Verwaltungsgericht verlangte der ehemalige Leiter einer Fussballschule und heutiger Spielervermittler, auch wieder Spiele und Trainings der Junioren besuchen zu dürfen. Dieser Zutritt wurde ihm vom Gericht nun erlaubt, soweit es sich um es sich um frei zugängliche Sportplätze der Stadt handelt. Verwehrt bleibt ihm weiterhin der Zugang zu Turnhallen von Schulanlagen.