Die Pannenfahrt ging glimpflich zu Ende: Mit rund fünf Stunden Verspätung ist eine von einem Maschinenschaden betroffene Ostsee-Fähre in Litauen angekommen.

"Alle Passagiere sind wohlauf", sagte der Sprecher der Reederei DFDS in Kopenhagen, Gert Jakobsen, der Nachrichtenagentur DPA am Dienstag. Verletzte gab es nach Auskunft der Seenotrettungsleitstelle der litauischen Armee nicht.

Feueralarm

Auf der Ostsee-Fähre mit knapp 300 Passagieren an Bord war am Dienstag auf dem Weg von Kiel nach Klaipeda ein Feueralarm ausgelöst worden. Die Ursache soll ein Maschinenschaden gewesen sein.

Russische Behörden und das litauische Verteidigungsministerium hatten zunächst von einem Feuer berichtet. Nach Angaben der Reederei entwickelte sich jedoch lediglich Rauch, wodurch die die Feuerlöschanlage ausgelöst wurde. Was genau passiert ist, soll nun untersucht werden.

Das litauische Verteidigungsministerium in Vilnius bestätigte die Ankunft des Schiffes im seinem Zielhafen in Klaipeda. Die Fähre sei aus eigener Kraft zurück in den Hafen gefahren. "Wir bedauern sehr, dass es diesen Zwischenfall gab", sagte der Sprecher weiter.

An Bord waren 294 Passagiere und 41 Besatzungsmitglieder, dazu zahlreiche Autos und Lastwagen. Litauischen Medienberichten zufolge stammten die meisten Mitreisenden aus Deutschland.

Evakuierung nicht nötig

In Folge des Feueralarms hätten sich die Passagiere wie vorgeschrieben an speziellen Punkten versammelt, um auf eine mögliche Rettungsaktion vorbereitet zu sein, teilte die Reederei mit. Eine Evakuierung sei aber nicht nötig gewesen.

Nach Angaben der Seenotrettungsleitstelle und von Passagieren sei auf dem Schiff keine Panik ausgebrochen. Die Besatzung habe sich sehr beruhigend verhalten und die Passagiere mit Essen und kostenlosen Internetzugangscode versorgt, sagte ein Reisender nach der Ankunft dem litauischen Internetportal "15min.lt". An Bord sei auch ein deutsches Jugendorchester gewesen, das spontan ein Konzert für die Passagiere gegeben habe.

Der Vorfall geschah vor der Küste der russischen Exklave Kaliningrad. Das 2010 gebaute Schiff, das unter litauischer Flagge fährt, war den Angaben zufolge zum Zeitpunkt der Panne etwa 110 Kilometer von seinem Zielhafen entfernt. Russische Medien schrieben unter Berufung auf örtliche Behörden, dass vier bis fünf Meter hohe Wellen die Arbeiten erschwerten.

Dennoch gelang es schliesslich, den Motor des Schiffs wieder in Gang zu setzen. Bereits angefragte Schlepper wurden laut dem Reederei-Sprecher nicht gebraucht, nur bei der Einfahrt in den Hafen habe das Schiff Hilfe bekommen.