Naturgewalt

Opferzahl nach Lawinenunglück in Afghanistan auf 166 angestiegen

Rettungstrupps graben verschüttete Fahrzeuge aus

Rettungstrupps graben verschüttete Fahrzeuge aus

Beim schwersten Lawinenunglück in der jüngeren Geschichte Afghanistans sind mindestens 166 Menschen ums Leben gekommen. Heute konnten noch 18 Menschen lebend aus den Schneemassen gerettet worden, sagte der Sprecher des Innenministeriums in Kabul, Samarai Baschari.

Zwei Tage nach den Abgängen von fast 20 grösseren Lawinen am Salang-Pass sei die Suche nach Überlebenden beinahe abgeschlossen. Insgesamt seien 2600 Menschen, die im Schnee feststeckten, geborgen worden. Das Gesundheitsministerium teilte mit, 135 Menschen würden mit Verletzungen in Spitälern behandelt.

Mehr als 600 Soldaten und Polizisten sowie Dutzende Anwohner standen seit Montag im Einsatz, um die in ihren Fahrzeugen eingeschneiten Menschen zu bergen. Auch vier Helikopter der Internationalen Schutztruppe ISAF sowie zwei Helikopter der afghanischen Armee unterstützten die Rettungsarbeiten.

Die Opfer starben entweder bei Lawinenabgängen oder erfroren in ihren blockierten Fahrzeugen. So konnten 14 Insassen eines Busses, der am Montag verschüttet wurde, aus den Schneemassen geborgen werden.

Die Salang-Strasse durch das Hindukusch-Gebirge ist die wichtigste Verbindungsstrasse zwischen der Hauptstadt Kabul und dem Norden Afghanistans. Seit 1964 wird der Weg durch einen 2,6 Kilometer langen Scheiteltunnel abgekürzt. Die Tunnelportale befinden sich aber immer noch auf einer Höhe von 3400 Metern.

Lawinen dieser Grössenordnung sind im afghanischen Winter selten, sie treten eher im Frühjahr während der Schneeschmelze auf. 1997 wurden insgesamt mindestens 80 Menschen von Lawinen am Salang im Hindukusch verschüttet.

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