Festival

«On the road again» am Allrad Music Festival

Mit spektakulären Autoeinlagen und einem rockigen Musikfest startete das Wohler Openair Allrad Music Festival am Freitag erfolgreich. Am Sonntag stehen neben Schweizer Popstars John Kay & The Steppenwolf auf der Bühne.

Susanna Vanek

Ein Rad des Fahrzeugs hängt in der Luft, die Spitze dagegen schaut in die Tiefe. Zudem scheint es, als sei das Auto in Gefahr, zu kippen. Doch keine Angst. Frank Höhne, einer der Fahrer, der auf dem Auto-Parcours den Mitfahrern spektakuläre Einlagen zeigt, hat alles bestens im Griff.

Wenig später beweist er: Auch auf einer steilen Rampe fährt das Auto problemlos an. «Das Auto gefällt sogar mir Autokenner», lacht er, «das Festival auch. Sonst machen wir diese Shows auf einer festen Unterlage. Dass der Parcours sich auf einer Wiese befindet, war für uns zwar eine schwere, aber reizvolle Aufgabe. Das gabs noch nie!»

Kein Zweifel, die beiden Sponsoren des Festivals, die Amag AG und die Emil Frey AG, boten dem Publikum einiges. Wer wollte, konnte sich auch selber ans Steuer setzen - allerdings gings da nicht über künstliche Hindernisse, sondern «nur» über Stock und Stein. Off the road, eben.

Woodstock-Band in Wohlen

On the road again sind dagegen Canned Heat, am Freitagabend eines der Highlights des Festivals. Zu ihrer Musik tanzten und jubelten in Wohlen auch Festivalbesucher, die lange nach 1969 geboren wurden. Der Stern von Canned Heat ging in eben diesem Jahr, am legendären Woodstock-Festival, auf, wo die Band gefeiert wurde wie kaum eine andere. Ihr Song «Goin' up the Country» wurde später zur inoffiziellen Hymne des Festivals.

Mit Larry Taylor, Harvey Mandel und Adolfo «Fito» De La Perra standen in Wohlen drei Musiker auf der Bühne, die in Woodstock auch schon zu Canned Heat gehört hatten. Ihr Auftritt bewies, dass sie auch nach über 40 Jahren ihre Freude an Liveauftritten und am Jammen nicht verloren haben. Ihr dichter Blues 'n' Boogie riss das Publikum mit. «Ein toller Gig», freute sich die Band denn auch nach dem Konzert und meinte: «Am liebsten wären wir gar nicht mehr von der Bühne!»

Das Festival eröffnet hatte Music-Star Fabienne Louves, die auf der Bühne unter anderem von einem Einheimischen, dem Freiämter Marcel «Schwegi» Schwegler, sonst Bassist bei Baschi, unterstützt wurde.

Talentierte Gitarristin, Sängerin und Songschreiberin

Fools Garden - «Lemon Tree» - verbreiteten anschliessend mit ihrem Auftritt gute Laune und mischten sich danach unters Festivalpublikum, um sich die anderen Konzerte anzuhören. Klarer Fall, den Jungs gefiel es in Wohlen. Ihren Jahrgang - 1958 - sieht man der Rock-Ikone Joan Jett ganz und gar nicht an. Die talentierte Gitarristin, Sängerin und Songschreiberin wirkt seit 1978, als sie bekannt wurde, kaum gealtert.

Auf der Bühne bewegte sie sich in Wohlen wie ein junges Girl, auch wenn sie derzeit verletzt ist und backstage humpelte. Sie hatte das Publikum, das ihre Hits begeistert mitsang, mit ihrem harten und unverbraucht tönenden Gitarrenrock fest im Griff. Selbstverständlich war die tolle Performance nicht. Nur eine Woche zuvor war ihre Mutter gestorben.

Jett, die zu ihr ein sehr enges Verhältnis hatte, war dabei gewesen. So sehr sie on stage loslegte, so traurig wirkte sie hinter der Bühne. «Sie hat ihr Wohler Konzert unbedingt spielen wollen», erklärte ihr Manager Kenny Laguna, «ihre Mutter hätte das auch gewollt, sie war ihr grösster Fan.»

An Jetts Auftritt in Wohlen hätte die Mutter zweifellos Freude gehabt. Popa Chubby & Band beendeten den Freitagabend mit rasiermesserscharfen Gitarrenriffs. Country-Musik - mit Headwater, Two Tons of Steel, Mustang Sally, Rosanne Cash & Band und Los Texmaniacs, mit Rick Trevino, begeisterte das Publikum am Samstag.

Meistgesehen

Artboard 1