Ökostrom für 1000 Häuser
Ökostrom für 1000 Häuser

Baustart für die grösste Biogas-Anlage im Kanton Aargau: In Niederwill wollen Werner Humbel und Guido Hufschmid für 11,5 Millionen Franken eine Biogas-Anlage realisieren. Sie liefert Strom für 1000 Häuser.

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Biogas-Anlage in Niederwil

Biogas-Anlage in Niederwil

Aargauer Zeitung

Fabian Hägler

Bisher verarbeitet Werner Humbel in Stetten Speisereste zu Tierfutter, Guido Hufschmid in Niederwil kompostiert organische Abfälle. In rund einem halben Jahr wollen die beiden Unternehmer aus dem Reusstal den Hauptschalter ihrer neuen Biogasanlage drehen und zum ersten Mal Ökostrom erzeugen.

Gestern wurde in Nesselnbach symbolisch der Grundstein für die Anlage gelegt, die künftig rund 1000 Haushalte mit Energie versorgen soll. «Speisereste dürfen noch bis Mitte 2011 an Tiere verfüttert werden», sagte Humbel. Seine Firma habe Alternativen gesucht, und diese in der Ökostromproduktion gefunden. Hufschmid ergänzte: «Vermehrt wird heute aus Grüngut nicht nur Kompost, sondern auch Energie gewonnen.»

Anlage liefert nicht nur Strom

Bis in sechs Monaten soll die Anlage, deren Kern vier grosse Fermenter für die Biogasproduktion bilden, fertig sein. Dann sollen jährlich 8000 Tonnen Speisereste, 2 Millionen Liter Altspeiseöl, 4000 Tonnen Gülle, 3000 Tonnen Gemüsereste, 8000 Tonnen Grüngut und 3000 Tonnen Holz eingebracht werden.

Als Output liefert die Anlage, die rund 11,5 Millionen Franken kostet, 7 Mio. Kilowattstunden Ökostrom, der vom Elektrizitätswerk der Stadt Zürich abgenommen wird. Dazu werden 1,7 Millionen Liter Biodiesel, 3000 m3 Holzschnitzel, 8000 m3 Kompost und 17 000 m3 Flüssigdünger produziert.

Nur zusammen marktfähig

Hufschmid und Humbel, die bei ihrem Projekt auch mit der bäuerlichen Arbeitsgruppe Qualitätskompost zusammenspannen, sind überzeugt, dass sie mit ihrer Anlage die kritische Grösse erreichen. «Weil wir diesen Bau zusammen realisieren, ergeben sich Synergien, die uns im hart umkämpften Markt nur Vorteile bringen», betont Hufschmid.

Humbel sagte: «Alle reden von Alternativenergie, wir stellen sie künftig her.» Und: «Künftig können wir das Recycling von organischem Material aus einer Hand anbieten.»

Seit der Baubewilligung am 7. Mai wurden die Zufahrtsstrasse ausgebaut und die Erdarbeiten vorbereitet. Nun werden 700 Pfähle, die künftig den ganzen Bau tragen sollen, rund 10 Meter in den Boden versenkt. Ist die Anlage einmal fertig, wird sie 25 bis 30 Arbeitsplätze bieten.

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